die Gefahr war ihm zugleich ein Lebensbedürfniß. Sie war seineJugendgespielin; konnte er sie nicht im Kriege aufsuchen, so ginger ihr nach auf der Jagd, auf großen Strömen, auf tollen Pfer-den rc. Er war im hohen Grade geistreich, voll seiner Lebens-bildung, voll Witz, Beredsamkeit und Talente mancher Art, unterandern für die Musik."
„Er war einige dreißig Jahr alt (33 Jahre), groß, schlankund schön gebaut, hatte feine und edle Züge, hohe Stirn, weniggebogene Nase, blaue Augen von einem düstern Blick, lebhafteFarben, blondes gelocktes Haar. Er hatte eine vornehme Haltung,einen festen Gang, und eine Art Brust und Kopf zu tragen,worin von Stolz und Selbstgefühl gerade so viel war, wie demPrinzen und dem verwegenen Soldaten geziemt."
„Ein ungezügelter Lebensgenuß hatte in seine edlen ZügeSpuren einer frühzeitigen Zerstörung getragen, doch war nichtsvon gemeiner Sinnlichkeit zu finden, und sein Ausdruck war nicht,wie man glauben könnte, der eines vornehmen Wüstlings, weilsich in ihm zu viel große Ideen regten und das innere Bedürf-niß nach Ruhm und Größe, wie ein veredelnder Schein in seinAenßeres trat."
„Geboren mit so herrlichen Eigenschaften und in großen Ver-hältnissen, hätte er nothwendig ein großer Feldherr werden müssen,wenn ein langer Krieg ihn dazu erzogen hätte, oder wenn mehrErnst des Charakters, weniger unbekümmerte Sorglosigkeit ihmim Frieden ei» wechselseitiges Betrachten und Prüfen der großenLebensverhältnisse gestattet hätte. Er war nicht unbekannt ge-blieben mit den Erscheinungen der neuern Zeit im Krieg- undVerwaltungöwesen; er hing nicht mit blindem Köhlerglauben ander Ueberzeugung, daß das Preußenthum uothwendig sich überAlles erheben müsse, und daß der preußischen Taktik nichts wider-stehen könne. Die großen Ereignisse der Welt beschäftigten ihnlebhaft; die neuen Ideen und Erscheinungen, von seinem lebhaftenGeist angezogen, rauschten durch seinen Kops; er spottete derKleinlichkeit und Pedanterie, mit der man Großes thun wollte;er suchte den Umgang der ausgezeichnetsten Köpfe aller Fächer,aber — es war in seinem Leben keine Stunde ernsten, ruhigen,