Druckschrift 
1 : 1, Der Feldzug von 1806. - 1850 (1855)
Entstehung
Seite
262
Einzelbild herunterladen
 

sicht von dem Stand der Dinge sollte den Prinzen am folgendenTage über das Vorzunehmende näher bestimmen. Er kannte dasTerrain nm Saalfeld gar nicht, wußte mir durch den HauptmannValentin!, daß bei diesem Orte das Debouschce der KoburgerStraße aus dem Gebirge liege, und daß am Fuß des Gebirgesdaselbst sich das Saalthal mehr erweitere als weiter unterwärts.Von dem Schlosse von Rudolstadt konnte man die Bivouaksfeuerder Franzosen sehen. Der Prinz war sehr heiter. Die Aussicht,einen Angriff des Feindes auf Saalfeld abznschlagen, und nachdem Uebergang über die Saale sich dem über Schlei; vordringen-den Feinde entgegenznwerfen, belebte seine ganze Seele.

Von den Franzosen erreichte die rechte Flügelkolonne am 9.mit dem 4. Korps des M. Sonlt die Gegend von Hof; mit dem6. Korps des M- Ney die Gegend von Münchberg, Gesrees undBerneck. Von der Kolonne deS Centrnms bivonakirte daS l. Korpsdes M. Bernadvtte bei Oettersdorf, die Kavallerie und leichte In-fanterie auf den Straßen nach Auma, Neustadt und Pösneck;das 3. Korps des M. Davout bei Lobenstcin; das HauptquartierNapoleons in Ebersdorf. Auf dem linken Flügel hatte der M.Lannes die vorgeschobenen Kavallerieabtheilnngen deö PrinzenLouis zurückgedrückt, war mit dem 5. Korps bis Gräfenthal vor-gegangen und hatte aus Nordhalben von Napoleon für den lO.den wiederholten Befehl erhalten:daß er, wenn die PreußenSaalfeld ernsthaft vertheidigcn wollten, nichts vor der Vereinigungmit dem M- Angereau unternehmen solle daß er, wenn derGegner alle seine Kräfte bei Saalfeld konzentrire, nichts zu thunhabe, als bei Gräfenthal Stellung zu nehmen daß die Preußenes nicht wagen könnten, ihn anzugreifen, da sie so bedeutendeKräfte in ihrer linken Flanke hätten, daß aber, wenn sie es den-noch wagten, er allerdings den Rückzug antreten könne, da siedann von der Kolonne des Centrums in der Flanke angegriffenwerden würden daß, wenn der Gegner aber nur etwa18,000 Mann stark sei, er die Stellung desselben wohl rekog-nosziren und ihn angreifen solle, aber im Verein mit dem M.Augereau daß es wichtig sei, ihm Napoleon, dreimal desTageS Meldungen zu schicken daß, wenn die Preußen den