sondern auch eine Proklamation an die Armee, die den Truppenindessen erst am 11. mitgetheilt werden konnte-') Um aber den
1) Die Proklamation lautete:
„ Se. Majestät der König haben allergnädigst besohlen, folgendes derArmee bekannt zu machen:"
„Alle Bemühungen Ihren und Ihren nächsten alliirten Staaten, den Frie-den noch länger zu erhalten, sind fruchtlos gewesen, und wenn nicht das ganzeNördliche Deutschland, ja vielleicht ganz Europa, der Willkür eines nieruhenden Feindes und seiner verheerenden Armeen überlassen werden soll, soist der Krieg unvermeidlich,"
„Se. Majestät haben ihn beschlossen, da die Ehre und Sicherheit desStaats in Gefahr ist. Glücklich würden Sie Sich geschätzt haben, wennSie diese aus einem friedlichen Wege hätten erhalten können; dies weiß dieArmee, dies weiß die Nation, ja die Welt; aber mit froher Zuversicht wer-den Sie jetzt Ihr Heer zum Kampf für Vaterland und Nationalehre führen,denn die gerechte Sache ist mit uns "
„Es ist Sr. Majestät nicht unbemerkt geblieben, daß die Armee längstden Krieg gewünscht, und wenn gleich Rücksichten, die allein aus IhremStandpunkt richtig erwogen werden können, Sie abhielten, diesem Wunschefrüher nachzugeben, so haben Sie ihn doch geehrt, da Sie Sich überzeugthalten, daß er nur aus wahrer Ehr- und Vaterlandsliebe, welche die Armeeimmer in so hohem Grade an den Tag gelegt, entsprossen ist. Auch diegesammte Nation hat schon bewiesen, welchen lebhaften Antheil sie an diesemKriege nimmt, und es gereicht Sr. Majestät zur großen Beruhigung, daßdas was jetzt geschieht, nicht allein unvermeidlich, sondern auch der einstimmigeWunsch des ganzen Volkes ist."
„Se. Majestät sind überzeugt, daß schon die Erhaltung der National-ehre und des Ruhmes, den Friedrichs Geist über seine Preußen verbreitete,die Armee zu der gewohnten Tapferkeit nnd zur willigen Ertragung allerim Kriege unvermeidlichen Mühseligkeiten hinlänglich aufmuntern würde;allein dieser Krieg hat noch mehrere, noch allgemeinere Zwecke."
„Wir haben es mit einem Feinde zu thun, der rings umher die zahl-reichsten Armeen geschlagen, die mächtigsten Staaten gedemüthigt, die ehr-würdigsten Verfassungen vernichtet, mehr als eine Nation ihrer Unabhängig-keit nnd ihres Namens beraubt hat."
„Ein gleiches Schicksal war der preußischen Monarchie zugedacht. Schonbedrohten zahlreiche Heere ringsum ihre Grenzen, und vermehrten sich täg-lich. Auch sie sollte in Kurzem hinabsinken, ja wohl gar einem fremden Ge-bieter dienen, und Uebermuth und Raubgier träumte schon die Theilnng desnördlichen Deutschlands."
„Wir fechten also für Unabhängigkeit, für Haus nnd Heerd, ja für