226
könnten, so sollten die beiden Marschalle eine gute Stellung be-ziehen und sogleich an Napoleon melden. Von der preußischenBesatzung auf der Veste Plassenburg bei Kulmbach sollte keineNotiz genommen werden, der M. Soult überall ohne besonderesAufsehen die preußischen Wappen abnehmen lassen.
Wenn preußische Parlementairs anfragten, warum man inpreußisches Gebiet einrücke, da doch der Krieg noch nicht erklärtsei, so sollte der M. Soult seinerseits fragen, warum die Preußendas sächsische Gebiet betreten hätten, auch zugleich erklären, daßman das Bayreuthische nur besetze, um der Armee die rechteFlanke zu sichern.
Der General Wrede mit der bayerschen Division sollteam 9. nach Bayreuth marschiren, sogleich vor die Plassenburgrücken, sie einschließen und auffordern. Kapitulirte die Veste nacheinigen Granatwürsen und Kanonenschüssen nicht, so sollte derGeneral so viel Truppen dagegen stehen lassen, als er für noth-wendig erachtete, mit dem Rest aber sich bereit halten, weiter zumarschiren. Sollte der General die vor ihm marschirenden Marschälle mit einem starken Gegner engagirt finden, so sollte erihnen die erforderliche Unterstützung leisten. Der Bruder Napo-leons, Jerome, sollte vor der Plassenburg kommandiren.
Das 4., 6. Korps und die bayersche Division, zusammenetliche 60,000 Mann, bildeten die rechte Flügelkolonne.
Alle Truppen sollten auf 4 Tage Brod im Ranzen, und soviel als aufzutreiben auf den Wagen mit sich führen, zu demEnde in Würzburg täglich 60,000, in Forchheim 30,000, inBamberg 40,000 Rationen Zwieback gebacken und von letzteremOrt auch täglich 500 Sack Mehl unter bayerscher Bedeckungnach Kronach geführt werden. —
Am 6. Oktober Morgens 3 Uhr ging Napoleon vonWürzburg nach Bamberg, wo er am 7. verweilte. In Bambergerhielt er durch den Minister Talleyrand das vom General Kno-belsdorf nach Mainz gesandte Ultimatum des Königs von Preußen,und erließ er alsbald eine Proklamation an die Armee, welche