67
war, was aus diesen herauötrat. Sie waren aber auch zum Theildergestalt mit Geschäften überladen, daß das Festhalten an For-men dringendes Bednrfniß wurde. So z. B. war zur Zeit derGeneral-Lieutenant Geusan nicht allein General-Quartiermeisterder Armee sondern auch Chef des Ingenieur-Korps, Direktor desIngenieur-Departements, Jnspectcnr sämmilichcr Festungen, Vor-stand des Feldverpflegungs-Departcmcnts und Kurator der medi-zinisch-chirurgischen Pepiniere. —
Hiermit wäre eigentlich abgemacht, was über die Formationder preußischen Armee zu sagen wäre, denn die Inspektionen,in welche man die Regimenter vereinigt hatte, waren nur das,was ihr Name besagte: Aufsichtsbehörde» zur Anfrechthaltung derGleichförmigkeit der Uebnngen, Bekleidung :c. Es gab deren fürdie Infanterie 16, für die Kavallerie 7, für die Artillerie I. Ander Spitze dieser Inspektionen stand meistcnthcils, aber nicht be-stimmungsmäßig, der betreffende älteste General der Waffe. Dieübrigen Generale waren Chefs der einzelnen Regimenter. Eswar dies lediglich eine Friedens-Einrichtung, die im Kriege vonselbst verschwand, so daß im Frieden die Regimenter und Füsilier-brigaden eigentlich die höchsten takrischcn Einheiten bildeten. DieSchlachtordnung zerfiel somit in eben so viele Theile als sie Re-gimenter zählte und wurde nur durch die Einheit des,Ober-Be-fehlcs zusammengehalten. Von einer llebnng der Generale in derFührung größerer Truppen-Abheilungen von allen Waffen wardaher im Frieden nur wenig die Rede. Noch weniger aber lern-ten die jüngeren Offiziere die andern Waffen kennen. In kleinenGarnisonen zerstreut, waren sie ans die Kenntniß deö Reglementsihrer Waffe beschränkt, wo nicht noch hin und wieder kriegser-fahrene Offiziere eine weitere Ausbildung gewähren konnten. —Für den Krieg mußte erst eine angemessene Eintheilnng der Ar-mee getroffen werden- Man bildete 1M> die Eintheilnng inselbstständige Divisionen anö allen Waffen zusammengesetzt alshöchste taktische Einheiten, um je nach dem vorliegenden Zweckeine größere oder geringere Zahl derselben unter einen Oberbefehlznsammenzustellen, so daß zwischen dem kommandirenden General