alle Vcrbiiidungstheile wurden gelockert, um bei dm Griffen einenHörburen Schlag hervorzurufen; die Läufe wurden glänzend po-lirt, die Schafte gefirnißt. Der Zweck der Bewaffnung war zurNebensache, die Parade zur Hauptsache geworden. Eine einzigeGewehrfabrik, welche jährlich 10,000 Gewehre beschaffen konnte,versorgte die große Armee.') Von einem Schießen nach der Scheibewar nur bei den Schützen die Rede; man verfeuerte nur blindePatronen, um die Leute ans Feuern zu gewöhnen- Die 10 Schützender Musketier- und Grenadier-Kompagnien, welche hinter denZügen des Bataillons vrrtheilt standen, und ausschließlich daszerstreute Gefecht zu führen hatten, waren mit gezogenen Geweh-ren versehen und dienten zugleich zum Ersatz der Unteroffiziere;eine ziemlich schlechte Einrichtung, da eS Leute giebt, die gutschießen aber zum Unteroffizier schlecht geeignet sind, und umge-kehrt. Die Schützen empfingen jährlich 60 scharfe Patronen, sodaß sie in einigen Regimentern im Treffen wohl geübt waren,dagegen entbehrten Alle jeder Ausbildung zum zerstreuten Gefecht.— Die Unteroffiziere der Grenadiere und Musketiere waren, mitAusnahme der 5 Schützen-Unteroffiziere, welche Gewehre hatten,mit sogenannten Kurzgewehren — Hellebarden — bewaffnet.
Jedes Grenadier- und Musketier-Bataillon führte 2 — 6-psündige Kanonen mit sich, welche ihre Munition, 50 Kugel- und00 Kartätschschuß zaai- Geschütz, im Protzkastcn verladen hatten.Die Artilleristen znr Bedienung gehörten dem Bataillon, befan-den sich aber immer unter den Beurlaubten und wurden nur alle2 Jahre auf 4—6 Wochen zur Hebung am Geschütz cinbcrufen.Zum Ersatz der Artilleristen wurden alljährlich zier Kompagnie2 Mann zu Reserve-Artilleristen ausgcbildet. Die Artillerie-Unteroffiziere gehörten der Fuß-Artillerie an, und wurden von
1) Wie mau diese wichtige Angelegenheit in der Armee betrieb, beweistein Bericht des Infanterie-Regiments Zweifel vor Ende August 1806, alsoZu einer Zeit, wo mau an jedem Tage den Ausbruch der Feindseligkeitenerwarten konnte, und nachdem das Regiment ein ganzes Jahr im Bayreuth-scheu ans dem Feld-Etat gestanden hatte. Es meldet darin, daß seine Ge-wehrläufe zn dünn wären, um das Feuern mit scharfen Patronen auszuhal-ten. Und in diesem Zustand sind gewiß viele Regimenter gewesen.