21
Anstrich von Entschiedenheit, doch nebenbei litt man ruhig, daßnach dem Einrücken der Preußen in Hannover die Garnisonvon Hameln verstärkt und verproviantirt wurde; ja man nahmvon Napoleon eine Zahlung von 66,00!) Gulden für den inAnSbach verübten Schaden an.
Unterdessen war auch in dem bereits begonnenen Kriege einsehr wichtiges Ereigniß eingetreten. Der General Mack hatteam 17. Oktober mit der vstreichischen Armee kapitulirt. Nur eineentschiedene Erklärung Preußens konnte dem weiteren schnellenVordringen Napoleons Einhalt thun. Am 25. Oktober kam derKaiser Alexander selbst nach Berlin, am 30. der Erzherzog An-ton, Bruder des deutschen Kaisers, aber beider Bemühungen hat-ten doch nur einen sehr unvollständigen Erfolg. Am 1. Novem-ber wurde der General Düroc noch auf das Freundlichste vomKönige entlassen, und als endlich am 3. November in der Thalmit den beiden verbündeten Kaisern zu Potsdam ein Vertrag ab-geschlossen wurde, so war er doch wiederum nur in dem Sinneder bisherigen preußischen Politik abgefaßt.
Als Grundlage des Vertrages wurde im Wesentlichen auf-gestellt:
Sicherung der Unabhängigkeit des deutschen Reichs, derSchweiz, Neapels und Hollands durch alsbaldige Räumung vonSeiten der Franzosen — Entschädigung Sardiniens — für Oest-reich die Grenze des Mincio und Po in Italien — Trennungder Krone von Italien von der Frankreichs — unmittelbarerEintritt eines Waffenstillstandes nach Annahme jener Vorbedin-gungen — Anerkennung des Kaisers von Frankreich und deSKönigs von Italien (Lombardei) von Seiten Rußlands. — Un-mittelbar nach Unterzeichnung des Potsdamer Traktats sollte einpreußischer Unterhändler nach dem französischen Hauptquartierabgesandt werden, die preußischen Armeen aber während der Un-terhandlungen im Vorrücken auf diejenigen Punkte bleiben, vonwelchen aus sie im Fall der Theilnahme am Kriege zu agireubestimmt würden, und die Unterhandlungen dergestalt geführtwerden, daß sic 4 Wochen nach Absendung des Unterhändlersbeendet seien. Wenn Frankreich die bezeichneten Friedensbedin-