welche die Lage von Deutschland herbeiführeu, Theil nehmen zumüssen."
Am 16. August legte hierauf der Minister Hardenberg, derseit einem Jahre an Stelle des Grafen Haugwitz das Portefeuilleder auswärtigen Angelegenheiten übernommen hatte, dem Königeeine Denkschrift vor, worin er darauf hinwies, daß die RussenAnstalten zur Landung in Schwedisch-Pommern machten, umPreußen durch die Besitznahme von Hannover in den Krieg zuverwickeln, daß daher schnelle Besitznahme des Landes mittelsteiner Konvention mit Frankreich gegen Garantie des gegenwärti-gen Standes in Italien und von Seiten Frankreichs gegen Zu-sicherung der Unabhängigkeit des übrigen Italiens, der Schweizund der batavischen Republik nothwendig sei. In diesem Sinnewurde der preußische Gesandte Marquis Luchesini in Paris mitAnweisung versehen.
So hatte man mit einem Fuße bereits das bisherige Systemder unbedingten Neutralität verlassen, und um den Krieg zu ver-meiden, stand man im Begriff, ein Büudniß einzugehen, durchwelches der Krieg unvermeidlich wurde und Preußen jede Selbst-ständigkeit verlor. Der König hatte von den geschehenen Schrit-ten dem Grafen Haugwitz, der auf seinem Gute Nogau inSchlesien lebte, Mittheilung machen lassen, und alsbald gingauch ein Memoire desselben ein, worin er auf den unvermeid-lichen Krieg mit Rußland und die Folgen desselben aufmerksammachte, und mit der Mahnung schloß: „Preußen muß das Neu-tralitätssystcm halten, es bewaffnet und imposant machen unddie Fürsten der Nachbarschaft mit eiuschließen." — Der Grafwurde nach Berlin berufen.
Am 30. August ging ein Schreiben des Kaisers Alexanderein, in welchem er dem Könige mittheilte, daß er zum Kriegemit Frankreich wegen Italien entschlossen sei, daß er den Durch-marsch seiner Truppen durch Schlesien wünsche, und daß bereitseinige Abtheilungen derselben über die östreichische Grenze gerücktseien, ohne daß Oestreich es verlangt habe. Ein zweites Schrei-ben des Kaisers, in sonst freundschaftlichem Tone abgefaßt, wünschteeine persönliche Zusammenkunft mit dem Könige, stellte aber zu-