So hatte man dem Anscheine nach volle Ursache, über dieLeitung der preußischen Politik zufrieden zu sein, da ebenem derWohlstand in Preußen im Steigen war, während die Nachbar- -länder durch den Krieg im hohen Grade gelitten hatten. Aberman hätte bereits gewahr werden können, daß mit der Vergröße-rung des Staates keineswegs das Ansehen desselben nach Außenverhältnißmäßig zugenommen hatte.
Die französische Revolution schritt erobernd vorwärts. SeitBonaparte an die Spitze getreten, war sie ganz militärisch ge-worden; in seinen Händen befanden sich alle Fäden der Verwal-tung und der Kriegführung. Piemont wurde ohne Weiteres mitder französischen Republik vereinigt; die batavische, helvetische,ligurische und cisalpiuische Republik waren nur noch als Pro-vinzen von Frankreich zu betrachten.
Am 2',. März 1802 hatte der Friede zu Amiens auch denFeindseligkeiten mit England ein Ende gemacht; doch schon imMai des folgenden Jahres brach der Krieg aufs Neue aus.Nachdem die zum Schutze der Demarkationslinie während desKrieges aufgestellten Truppen seit dem Reichsfrieden zurückgenom-men waren, war eS fraglich geworden, ob Bouaparte den Friedenmit dem deutschen Reiche rcspectiren oder das KurfürstenthumHannover besetzen, den Krieg nach Norddeutschland versetzen unddadurch zugleich die Neutralität Preußens erschüttern, dessen Han-del gefährden würde. Man rieth dem Könige, den Franzosenzuvorzukommen, das Land während des Krieges in Verwahrsamzu nehmen, um so allen möglichen Verlegenheiten durch einenschnellen Entschluß zu begegnen; doch zog man es vor, Unter-handlungen einzuleiten, und Ende Mai ließ Bonaparte den Ge-neral Mortier mit Truppen aus Holland in Hannover einrückenund die Mündungen der Elbe und Weser den englischen Schiffensperren, wogegen die Engländer diese Flüsse im Blockadezustanderklärten. Bonaparte erkannte sehr wohl die bedenkliche Lage, inwelche das Berliner Kabinet hierdurch versetzt worden war, unddaß es sich sehnen mußte, sobald als möglich derselben entrissenzu werden, während ihm selbst Alles darauf ankam, das übereine starke Armee und über einen großen Theil von Nord-Deutsch-