IV
Preußen hatte den Einfall in das Churfürstenthum Han-nover geduldet. Hierin hatte es Unrecht gethan. Auch warseine erste Absicht, sich ihm zu widersehen. Es erbot sich dazugegen England, unter Bedingungen, die dieses ablehnte. Manmußte nun wenigstens daraus bedacht sein, die>e Unternehmungunschädlicher zu machen, indem man Frankreich eine Gränze be-zeichnte, die cs nicht überschreiten sollte- Napoleon verstand sichfeierlich dazu, die Neutralität der nördlichen Staaten nicht zu beein-trächtigen, und keinem unter ihnen Gewalt anzuthun, besondersaber zu keiner Vermehrung der im Churfürstenthume befindlichenTruppen zu schreiten.
Kaum hatte er diese Verpflichtungen übernommen, als Ersie brach. Jedermann weiß, wie Sir Fr. Rumboldt gewaltsamaufgehoben wurde- Jedermann weiß, wie die Hansestädte zuContributionen unter dem Namen von Anleihen gezwungen wur-den, nicht etwa für ihr eigenes Interesse, sondern ganz so, alswäre Frankreich mit ihnen im Kriege gewesen. Für die erste die-ser Beleidigungen begnügte sich der König mit einer unvollstän-digen Genugthuung. Von der zweiten nahm er keine Kunde,weil die Furcht die Seestädte verhinderte, Klage darüber zu füh-ren. Der König verbarg sich keinesweges, welche unerhörte Opferer dem Frieden brachte; aber immer noch war die Erhaltung die-ses Friedens der theuerste Wunsch seines Herzens.
Die Laugmuth der übrigen Höfe war eher erschöpft als dieGenüge. Der Krieg brach auf dem festen Lande aus. Die Lagedes Königs wurde, in Rücksicht auf seine Pflicht, schwieriger alsjemals. Um Frankreich von der Vermehrung der Truppen, diees in Hannover unterhielt, abzuhalten, hatte Er versprochen, kei-nen Angriff gegen diese zuzulassc». Die Russen und die Schwe-den bereiteten sich zu einem solchen Angriffe. Von nun an fieldie ganze Last des Verhältnisses zwischen Preußen und Frankreichauf jenes, ohne daß es den geringsten Vortheil davon genoß;und durch eine seltsame Verkettung von Umständen schien Preu-ßen, welches nur unparteiisch und neutral hatte bleiben wolle»,dies zum Schaden der verbündeten Mächte nicht mehr zu seinAller Gewinn, der aus dieser Stellung Preußens hervorging,