Portugal wollte seine Neutralität behaupten. Man zwanges, mit Golde in der Hand, einige Augenblicke trüglicher Sicher-heit zu erkaufen.
So blieb, ohne Ausnahme der Pforte, die sich noch desEinfalls in Aegypten und Syrien erinnerte, keine Macht inEuropa übrig, die nicht der Gegenstand irgend eines willkürlichenAngriffs gewesen wäre.
Zu diesen faktischen Gewaltthaten gesellte sich nun noch einSystem von Beleidigungen und Schmähungen. Ein Journal,welches sich als die Stimme der Regierung ankündigte, wurdezum Archive unversiegbarer Ausfälle gegen alle gekrönten Häup-ter gewählt.
Nicht Eine dieser allgemeinen Bedrückungen konnte Preußenfremd sein. Verschiedene darunter hingen genau mit seinen we-sentlichsten Jnte.ressen zusammen; und überdies war die Weisheitdes Systems, welches die sämmtlichen Staaten von Europa alsGlieder einer und derselben Familie betrachtet, sie alle.zur Ver-theidigung eines Jeden aufruft, und in der unmäßigen Vergrö-ßerung des Einen die Gefahr für alle übrigen ahndet, durch dieErfahrung hinlänglich bestätigt worden.
Doch eS ist vor Allem nothwendig, darzustellen, wie dasVerfahren Frankreichs in seinem unmittelbaren Verhältnisse gegenPreußen beschaffen war.
Es wäre überflüssig, Alles aufzuzählen, was Napoleon Preu-ßen verdankt. Preußen war die erste Macht, die Ihn anerkannte.Keine Versprechungen, keine Drohungen hatten seine Neutralitäterschüttern können. Was nur irgend die Pflicht eines guten Nach-barn vorschreiben konnte, war sechs Jahre lang in reichem Maaßegeleistet worden. Noch mehr. Preußen schätzte eine tapfere Na-tion, die von ihrer Seite auch Preußen in Krieg und Friedenschätzen gelernt hatte- Es ließ dem Genie ihres OberhauptesGerechtigkeit widerfahren. Es hing an jenen natürlichen Verbin-dungen, die beiden Neichen mehr als Ein gemeinschaftliches In-teresse verliehen. Das Andenken an diese Zeiten eristirt für Na-poleon nicht mehr.