denz auch längere Zeit nur beobachten, und ging erst an eineernsthafte Belagerung, als Danzig gefallen war, wo dann sehrbald der Waffenstillstand allen Feindseligkeiten ein Ende machte.Dieses ganze Verhältniß gestattet, das was über Graudenz zusagen ist, in weniger Ausführlichkeit zu behandeln als dies an-derwärts geschehen ist.
Am 01. Oktober 1806 befahl der König aus Schneide-mühl dem Gouvernement der Veste Graudenz, dieselbe sofort inBertheidigungszustand zu setzen, vor den Thoren tüchtige Tam-bours zu arbeiten und Backöfen zu erbauen. Man ging alsbalvans Werk. Das benöthigte Holz wurde auf der Weichsel ange-kauft und nach Anweisung des Ingenieur-Generals LaurenS diePallisadirung begonnen, die nöthigen Anfziehbrücken, Barrierenund spanischen Reiter gearbeitet, Sturmbalken gelegt, Pnlver-und Kugelkammern in den Bastions, Schanzkörbe und Faschinenangefertigt, Block- und Wachthäuser erbaut, die Beholzung desGlacis niedergelegt, die Wagenhäuser vor dem Wasserthor einge-rissen, Bankbatterien angelegt rc., genug alle Anstalten zur Ab-wehr eines Sturmes getroffen.
Beim Eintreffen des Königs am 4. November wurde befoh-len, daß die Festung auf 2 Monate und darüber verproviantirtwerden solle. Am 8. November besichtigte der König die getrof-fenen Vertheidigungsanstalten und befahl die Beschleunigung der-selben.
Am 18. November wurden die auf dem linken Weichsel-Ufer noch befindlichen preußischen Abtheilungen über die Weichselnach Graudenz gegen die vorrückenden Franzosen zurückgcnommen,die Festung von einem Obersten des Korps des M. Lannes auf-gefordert und nach Erhaltung einer abschlägigen Antwort, dieSchiffbrücke abgebrannt, jedoch der größere Theil des Belags ge-borgen. Der König war nach Osterode abgcreist.
In den ersten Tagen des Dezembers waren die Vertheidi-gungsanstalten ziemlich vollendet, und am 6. Dezember sandte derKönig den Hauptmann und Inspektions-Adjutanten Klür nachGraudenz zurück, um sich durch den Augenschein von dem Zu-stande der Festung zu überzeugen und Bericht zu erstatten. Auf