zweier Bürger, die der Magistrat zum Schutz gegen Uubillenmitgegeben, »ach Kolberg transportirt wurde. Von Kelberg ließder Kommandant de,, General Victor nach Danzig führen, undwurde derselbe später gegen den General Blücher ausgewechselt.Offenbar verzögerte die Gefangennehmuug des Generals die früh-zeitige Blokade von Kolberg.')
Am 19. Januar war der Unteroffizier Zoch mit 16 Reiternund 12 Jägern zu einem Streifzuge über Labes auf Märkisch-Friedland abgegangen und hatte wie gewöhnlich Kassen, Waffenund Bekleidungsgegenstände in Beschlag genommen, als er inletzterem Orte erfuhr, daß im Westpreußischen Städtchen Tütz dieEinwohner, durch ihren katholischen Geistlichen insurgirt, diedurchkommenden preußischen Ranzionirten an die französischen Be-hörden auslieserten, daß bei jenem Geistlichen auch etliche denFranzosen gehörige Schuhe und eine einem französischen Generalzugehörige Summe in Verwahrung lägen. Der Unteroffizier be-schloß, den Geistlichen aufzuheben und sich der genannten Gegen-stände zu bemächtigen, mochte aber sein Vorhaben nicht geheimgehalten haben, denn als er am 24. in der Nacht in Tütz ein-traf, fand er zwar scheinbar Alles ruhig, wurde aber, als er seinDetaschement auf dem Markte aufmarschiren ließ, auf ein Zei-chen mit der Sturmglocke von allen Seiten her aus Thüren undFenstern beschossen und'von den Bewohnern angegriffen. EinOber-Jäger besetzte sogleich den Eingang zu einer Seitenstraße,
1) Bereits am 17. Januar rückte von Stargardt ein Exekutions-Kom-mando von 500 Mann in Arnswalde ein, mit dem Befehl, den Magistratzu arretiren und todtzuschießen, die Stadt zu plündern und anzuziinden. DerMagistrat war verhaftet und die Plünderung hatte begonnen, als glücklicher-weise die beiden Begleiter des Generals Victor von Kolberg zurückkehrtenund so wohllautende Zeugnisse über die Behandlung desselben mitbrachten,daß der Kommandoführer sogleich von allen Gewaltmaßregeln abstand undsich mit einer Brandschatzung von 1087 Thlr. zufrieden stellen ließ.
Als charakteristisch für die damalige Zeit muß auch erwähnt werden, daßder Oberst Lucadou die Ranzionirten mit Gassenlaufeu bedrohte, weil sie sichunterstanden hätten, in Bauerkleidern und nur mit Knütteln bewaffnet, sichan einem General zu vergreifen.
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