den sollte, überwies der Oberst Lucadou dem Lieutenant Blanken-burg 40 Maun, womit er abermals bei Kammin über den Bo-den und längs des Strandes bis an die Swiene ging, wo eram 21. Dezember eintraf. Im Fährhause erfuhr er, daß wenigeStunden zuvor Swienemünde durch ein Kommando von c. 20 M.Badener besetzt worden sei. Im nahen Walde wartete der Lieu-tenant Blankenburg die Dunkelheit ab, ließ sich dann übersetzenund schlich sich nach Zurücklassung von 10 Mann bei den Bootenbehutsam gegen die Stadt vor. Bei dem regnigten Wetter ge-lang es ihm, ohne Geräusch zwei feindliche Posten aufm heben,und als der dritte Posten vor der Wacht Lärm machte, die Wacheins Gewehr trat, wurde diese bald überwältigt. Der kommandi-rende Offizier und die übrige Mannschaft wurde in den Quartie-ren aufgehoben, im Ganzen 1 Offizier und 19 Mann nach Kol-berg abgeführt. Erst als der Lieutenant Blankenburg die Dive-now beim Dorfe gl- Namens wieder übersetzt hatte, zeigten sichfeindliche Truppen, wahrscheinlich von Wollin her, auf dem an-dern Ufer.
In dieser Zeit hatte der Lieutenant Schill den LieutenantPetersdorf nach Kolberg gesandt, um durch ihn den Kommandan-ten zu bearbeiten, daß er genehmige, die herumziehenden Ranzio-nirten in Kompagnien in Greiffenberg formiren zu dürfen, um siedann unter dem Vorwände der Bewaffnung und Bekleidung nachKolberg zu senden. Biele dieser Leute kamen aus bereits über-gebenen Festungen, und mochten sich nicht wieder freiwillig in eineandere Festung einschließen lassen, und so war bis dahin dergrößere Theil, um zur Armee des Königs zu gelangen, durch Hin-ter-Pommern gezogen und in Westprenßen den insurgirten Polenin die Hände gefallen. Lieutenant Petersdorf fand beim Kom-mandanten kein Gehör, sondern wurde für seine Person genöthigtin Kolberg zu bleiben, um bei der Organisation eines Bataillonsin der Festung behülflich zu sein, und eine gleiche Bestimmungerhielt der Lieutenant Blankenburg bei der Rückkehr von seinemZuge. Desseuungeachtet blieb der Lieutenant Petersdorf in derengsten Verbindung mit Schill und leitete die Formation der ein-zelnen Detaschements zur Führung des kleinen Krieges.