dem-- und Münder-Front ohne Pallisadirung gelassen wurde.Nach und nach konnte man wiederum daraus denken, sich mit denVorkehrungen zur Vertheidigung weiter auszudehnen; die nochnicht vollendete Morast-Redoute und das Fort Münde wurdenebenfalls in gehörigen Vertheidigungsstand gesetzt, und je nachdemdie späteren Ereignisse darauf hindrängten, ließ sich der Ingenieurzu weiteren Arbeiten nöthigen, wie die Anlage einer neuen Fleschebei dem Münder Kirchhof zur mehreren Sicherung des Hafens,die Herstellung der Hohen-Bergschanze auf dem Klosterfelde, dieAnlage einer Vcrschanzung beim Dorfe Sellnow, die Befestigungder Maykuhle und des Dampfmaschinen-Hauses ic.; doch weildiese Anlagen, wie erwähnt, nicht voraussichtlich angeordnet, son-dern durch die Ereignisse nach und nach hervorgerufen wurden,so kann auch ihrer bei der Darstellung der Ereignisse erst nähergedacht werden. Die vorhandenen Schleusen wurden wieder her-gestellt, und um die Ueberschwemmung noch weiter auszudehnen,als dies durch jene Schleusen möglich war, wurde zuerst unter derBrücke im Körliner-Damm südlich der Lauenburger-Vorstadt eineSchleuse gearbeitet, um das Wasser der Matzwiesen anzustauenund so wiederum nach Maßgabe des eingetretenen Bedürfnissesweiter fortgefahren, wie es bei der Geschichtserzählung sich näherergeben wird.
In Bezug auf die Armirung der Werke mit Geschütz, sobestand die ganze Verstärkung, welche man während der Vorberei-tungszeit zur Vertheidigung an sich ziehen konnte, aus 6 metal-lenen 12Pfündern, die von Danzig eingingen und in 6 eisernen12Pfündern, die später aus Stralsund überwiesen wurden. Umden Wällen dennoch ein einigermaßen respektables Ansehen zugeben, mußte man seine Zuflucht zu 92 eisernen, bereits als un-brauchbar verworfenen Geschützen nehmen, welche man zumeist inden Flanken aufstellte, indem man glaubte, sie beim gewaltsamenAngriff zu Kartätschschüssen und Steinwürfen mit schwachen Ladun-gen auf geringe Entfernungen allenfalls noch benutzen zu können
1) Es scheinen also anch noch unbrauchbare Steinmörser vorhanden ge-wesen zu sein.