7
396
und brachte 5000 Dukaten, die er in der Eile zusammengetriebeuhatte, und ein Schreiben des Oberst-Lieutenants Knesebeck, dervom Könige nach Wien geschickt worden war. In diesem Schrei-ben wurde der Graf Götzen anfgefordert, Alles aufzubieten, umauf irgend eine Art einen Waffenstillstand auf einige Zeit zuschließen, den Feind hinzuhalten, nnd so viel Kräfte als möglichzu erhalten, indem es sich wohl in 14 Tagen entscheiden könne,ob Oestreich mit an dem Kriege Theil nehmen werde oder nicht,da der General Stntterheim, der entschiedenste Bcrtheidiger deSkriegerischen Systems, nach dem russisch-preußischen Hauptquar-tier gesendet werde- Mündlich ließ der genannte Oberst-Lieute-nant durch den Grafen Hardenberg hinzusügen, daß die Teil-nahme Oestreichs ohne unvorhergesehene Ereignisse sehr wahr-scheinlich, und es daher von Wichtigkeit sei, so viel Kräfte alsmöglich gesammelt zu erhalten, damit Oestreich in Schlesien nichtallein auf den Kampfplatz treten dürfe. Der Graf Hardenbergging mit einem Bericht über den Zustand der Dinge in Schlesienzum Könige von Preußen, als der Rittmeister Derschau von Ko-fel am 17. nach Glatz zurückkehrte, indem vorauszusehen war,daß der Feind nun in einigen Tagen in die Grafschaft eindrin-ge n würde.
Da außer den 200 Mann, welche der Major Puttlitz inSchreiberhau zurückgelassen hatte, noch viele Ranzionirte aus demBayreuthscheu unterweges, auch dergleichen bereits in Ober-Schle-sien gesammelt waren, der Graf Götzen aber immer noch daraufrechnete, daß der Feind nicht alle Kräfte gegen Glatz verwendenwürde, so trug er dem Rittmeister Hirschfeld, der von Magdeburgzurückgekommeu war, auf, in Gemeinschaft mit den auS dem Bay-reuthschen zurückerwarteten LieutenantsFalkenhausen l. und Einsiedel,alle diese Leute in der zerrissenen Felsgegend an der böhmischenGrenze unfern Kudowa, zu sammeln, und von dort auf einemsehr unbekannten Wildsteige über die Heuscheuer zu führen, dasHauptquartier des vor Glatz zu erwartenden Feindes zu über-fallen, und überhaupt den Belagerern nach Kräften Abbruch zuthun. Im Fall er der Uebermacht weichen müßte, sollte er dieGewehre vergraben lassen und über die böhmische Grenze zurück-
K
F«
Ä»jjck»Kn»iß«lnätm,iw »vttv
nka
-i.«
ki!
Mn
-Zei
^,1
Hz.