Druckschrift 
4 : 2, Der Felzug von 1807. - 1851 (1855)
Entstehung
Seite
207
Einzelbild herunterladen
 

207

Laufgräben und Batterien angelegt hatte, besonders um die Chi-kanen deS großen OderwasserS zu überwinden, und seine neuenBatterien unter dem kräftigen Feuer der Besatzung wieder zuStande zu bringen, wobei ihm das Sinken der Oder bis auf8^ sehr zu Statten kam. Da die Besatzung zu keinen Aus-fällen schreiten konnte, ja aus Furcht vor Desertionen es nichteinmal wagte, kleine Piketö und Patrouillen in der Nacht außer-halb der Werke zu belassen, so waren die feindlichen Patrouillenimmer dreister geworden, und näherten sich allnächtlich dergestaltden Werken, daß es vielfältig zu Gewehrfetter kam.

Am 24. Februar um 7 Uhr Morgens fing der Feindaufs Neue an, die Kobelwitzer- und Klodnitzer-Redoute und dieStadt zu beschießen und zu bewerfen, und fuhr damit bis 1 Uhr .Nachmittags fort. Die Ucberlegenheit der Festungs-Artillerie hin-derte ihn, mit einiger Akkuratesse gegen die Batterien der Be-satzung zu schießen; die Masse der Kugeln ging in die Stadtoder in die nebenliegenden Werke. Am meisten litt die Kobel-witzer-Redoute, welche anfänglich aus 15 Stück beschossen wurde,die sich indessen bis Mittag bereits auf 8 Stück verringert hat-ten; auch das Gewehrfeuer gegen diese Nedoute wurde durch dieJäger trefflich beantwortet. Obgleich der Feind seine Wurfge-schosse mit geschmolzenem Zeuge gefüllt hatte, so brach doch nir-gends Feuer aus; dagegen waren nun auch die wenigen vomfrühem Bombardement noch verschonten Bürgerhäuser ebenfallszerschossen. Besonders thätig war die Batterie Nr. 8., der eSauch gelang, die eine Brücke vor dem Ratiborer-Thore völlig z»zerstören, die zweite, nebst den Tambours und Barrieren daselbst,bedeutend zu beschädigen. Die Garnison war mit Ausnahmeder Wachen, Artilleristen und Ingenieurs auf den Wällen undder Patrouillen in der Stadt in den Kasematten verblieben;dessenungeachtet zählte sie 2 Todte und 11 Verwundete, worunter6 Artilleristen. In der Kobelwitzer- und Wiegschützer-Redoutewaren 6 Geschütze demontirt. Die Artilleristen wurden vom Kom-mandanten besonders durch Branntewein erquickt.

In der Nacht wurde, wie früher, und auch regelmäßig inden nachfolgenden Nächten, die Rheinsdorfer-Straße enfilirt und