blieb immer noch ungefährdet. Die Besetzung der Außenwerkegewährte aber den Vortheil, den Feind an Rekognoszirungen zuverhindern, ihn mit seinen Arbeiten in größerer Entfernung zuhalten, und im Fall des gewaltsamen Angriffs die Besatzung inZeiten benachrichtigen zu können. Das Aufgeben der Außenw'erkemuß daher als ein Fehler betrachtet werden, der lediglich, wie wirgesehen haben, dem General Lindener, im Widerspruch mit demIngenieur vom Platz, zuzuschreibcn ist. Der Feind nahm, alser die Außenwerke verlassen fand, alsbald eine andere Miene an;er erkannte daraus die Schwäche der Garnison, die Zaghaftigkeitdes Gouvernements, das nur gegen einen Handstreich geschütztsein und sich eine gute Kapitulation sichern wollte.
3) Mangel an Aufmerksamkeit auf die Verproviantirungdes Orts, sowohl von Seiten der Besatzung als der Bürger-schaft. Auch zur Versorgung mit Backholz wäre es nur erforder-lich gewesen, die Tausende von Klaftern Brennholz vor dem Zie-gelthor durch die vielen Oderschiffe in die Stadt transportirenzu lassen.
4) Das Unterlassen des Ausfalls am 30. Dezember, wo-von wir bereits oben das Nähere gesprochen haben.
5) Das Unterlassen des Anknüpfens von Verbindungen mitdem Fürsten von Pleß durch Kundschafter. Der General Lin-dener soll hiervon besonders die Schuld getragen haben.
6) Daß eine Kapitulation abgeschlossen worden, ohne vor-her den vom Reglement vorgeschriebenen Kriegsrath zusammen-berufen zu haben. —
Nicht um das Gouvernement einer bestimmten Verabsäumungzu zeihen, sondern um im Allgemeinen aufmerksam zu machen,daß in einzelnen Fällen, wo der Kommandant die Unmöglichkeitsieht, die Festung länger zu behaupten, noch die Möglichkeit vor-handen bleibt, sich mit der Besatzung zur Feld-Armee oder nachnahe gelegenen Festungen durchzuschlagen, erwähnen wir einersolchen Möglichkeit auch bei Breslau. Zu einem bestimmten Ur-theil hierüber müßten genügendere Materialien vorliegen.
Nach Allem, was hat ermittelt werden können, war daS De-filee zwischen Ohlau und Ober vor dem Ziegelthor nur mit sehr