Kürassieren das Dorf umgangen, und die gegen die Festung aus-gestellten feindlichen Posten aufgehoben habe. Es stand demselbendaher nichts im Wege, das Schlauer-Thor zu erreichen. Trotzdem aber, daß der Gouverneur keine Benachrichtigung über dieAnnäherung des Entsatzes erhalten hat, ist er doch nicht frei zusprechen, nach Empfang der Meldungen über die Vorgänge beiDürgov und Gegend, andere Angen als die seinigen benutzt zuhaben, um sich die erforderliche Aufklärung zu verschaffen. Insolchen dringenden Fällen darf ein kommandirender Offizier sichauch auf den zuverlässigsten Untergebenen nicht allein verlassen,sondern nur den eigenen Sinnen trauen, weil er auch selbst dieVerantwortung zu tragen hat.
Die Belagerungstruppen nahmen ihre alten Stellungen wie-der ein- Der General Montbrun übernahm das Kommando derBeobachtungs-Truppen ans den Straßen nach Strehlen undSchweidnitz, das Dragoner-Regiment Taris wurde bei Kanthund Kostenblut, das Chevaurlegcrs-Regiment Leiningen bei Neu-kirch aufgestellt.
Nach den französischen Angaben ließen die Preußen in denGefechten bei Strehlen, Ohlau und vor Breslau 3000 Gefan-gene, 1000 —1200 Pferde und 13 Kanonen in den Händender Feinde und wären 800 Polen in Folge dieser Gefechte ausden oberschlesischen Festungen zu den Franzosen desertirt.
Gehen wir nach Breslau zurück.
Am 3l. Dezember setzte der Belagerer von Mitternachtan, durch ziemlich lange Pausen unterbrochen, hauptsächlich mitglühenden Kugeln, das Feuer gegen die Stadt fort.
Die Truppen der Besatzung litten auf den Wällen durchdas fortgesetzte Regenwetter ungemein, besonders diejenige Mann-schaft, welche noch nicht mit Mänteln versehen worden, obgleichdas Material längst geliefert war.')
Nachdem am l. Januar 1807 Vormittags der Belagerer
1) Es scheint, als ob nicht alle Mäntel ausgegeben worden seien, dennam Morgen de« 7. Januars wurde aus den Sammelplätzen der Artillerie-Mannschaft beim Abmarsch noch eine bedeutende Anzahl ausgehändigt.