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4 : 2, Der Felzug von 1807. - 1851 (1855)
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gerschaft, daß kapitnlirt werden möchte. Auf dem einen Theilderselben lastete die Schmach des Vaterlandes, zn der er nichtshinznfügen wellte; der andere Theil, in der bestimmten Hoffnungauf die Fortschritte der russischen Operationen, befürchtete, bei derBesitznahme der Stadt durch die Franzosen, eine zweite Belage-rung anshalten zu müssen; endlich ein dritter Theil, dessen Häu-ser bereits niedergebrannt oder zertrümmert waren, wollte nicht,daß solche große Opfer ohne Zweck gebracht worden wären. Einezweite Deputation der Bürgerschaft wurde daher um 8x Uhr des26. dem Gouverneur vorgeführt, protestirte gegen den Antragder ersten Deputation, und erklärte, die Bürger würden sich ehertodtschlagen lassen, als für die Uebergabe stimmen ') Der Gou-verneur erwiederte daher ans die am vergangenen Tage einge-gangcne Bittschrift:

„Einem w. Magistrat und Kaufmannschaft erwiedere aufderen gestern an mich erlassene Bittschrift und mündlich wieder-holtes Ersuche», daß, da ich mich jetzt überzeugt habe, daß beiweitem der größte Theil der Einwohner nickt dieses Sinnes ist,vielmehr vor jeder Uebergabe zittert, ich ans oben angeführte Bitt-schrift weiter keine Rücksicht nehmen kann." —

In Betracht dieser günstigen Stimmung der Bürger, undweil der Feind während des Waffenstillstandes die Arbeiten gegendie Festung sortsetzte, auch den Springstern allarmirte, kündigteder Gouverneur bereits um 10 Uhr des 26. den Waffenstillstand,so daß Nachmittags das Feuer von den Wällen aufs Nene be-gann.

Der General Vandamme, wüthend über die unerwartete

1> Bei dieser zweiten Deputation befand sich der Kunstdrechsler See-ling, der durch Vaterlandsliebe ausgezeichnet, hier besonderer Erwähnungverdient. Er theilte seine Begeisterung den zahlreich vor dem Regierungs-gebäude versammelten Bürgern mit, welche in seinen Ruf: „Es lebe SeineMajestät der König! Keine Kapitulation!" mit einslinuiiten. Rach der end-lichen Uebergabe der Stadt gab re. Seeling jedem ehemaligen Soldatenoder Freiwilligen, der sich zum Abgänge nach Glatz meldete, '/^ Thlr. Reise-geld, und sorgte für die Erhaltung und Bekleidung der Invaliden-Kom-pagnien von Hobenlobe und Trenensels.

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