Druckschrift 
4 : 2, Der Felzug von 1807. - 1851 (1855)
Entstehung
Seite
56
Einzelbild herunterladen
 

NW

56

In der Nacht zum 13. verlängerte der Belagerer die in der ver-gangenen Nacht begonnenen beiden zweiten Parallelen und führtedie links gelegene sägeförmig, um in ihr leichte Geschütze aufzu-stellen, welche die Artillerie auf dem Bürgerwerder in den Rückennehmen sollten.

Am 13. Dezember langten 2 Kompagnien französischerSapeurs und Mineurs, je zu 66 Mann, an, und bediente mansich ihrer sogleich, um Einschnitte in die Nikolai-Vorstadt undrechts vom Kirchhof daselbst zu arbeiten, auch Batterien in denzweiten Parallelen zu bauen. Aus der zweiten Parallele linkssollte ein Laufgraben mit einem kleinen Waffenplatz vorgeschobenwerden, um aus demselben durch die württembergischen Jäger diepreußischen Kanoniere auf dem Bürgerwerder zu beunruhigen;man stieß indessen in der Nacht zum 14. sehr unerwartet auf denOderarm, der den Feind von den Werken des Bürgerwerderötrennte.

In den Nächten zum 14. und zum 15. arbeitete der Be-lagerer an den Zickzacks zur Verbindung der beiden Parallelenrechts der Vorstadt St. Nikolai, und in der letzteren Nacht wur-den die nach und nach gebauten Batterien armirt, und zwar die

2 Batterien der ersten Parallele rechts der genannten Vorstadt,vom linken Flügel an gerechnet, durch 2 schwere Mörser und

3 leichte Haubitzen, und 2 leichte Mörser und 3 schwere Hau-bitzen, die Batterien der zweiten Parallele durch resp. 2 leichteHaubitzen und 46pfünder, 4 leichte Haubitzen und 46pfüu-ter; diese letzteren Batterien zur Beschießung der Batterien desPlatzes. Auf dem rechten Oder-Ufer konnten 8 Feldhaubitzenin Thätigkeit gesetzt werden- Zwei 24 Pfänder und ein schwererMörser waren noch nicht von Glogau eingetroffeu.

Am 15. Dezember Morgens 6 Uhr begann das Bom-bardement somit aufs Neue und dauerte bis 1 Uhr Nachmittags.Die Stadt litt bedeutend, besonders das Kloster der Elisabethine-rinnen, doch wurde das Feuer überall gelöscht. Um 3 Uhr Nachmit-tags ließ Jerome die Festung abermals durch den General Lefebvreauffordern. Derselbe wurde mit unverbundenen Augen zum Gou-verneur geführt, dem er viel Schmeichelhaftes über die bisherige