fern erheblichen Schaden zu, ohne zu zünden. Da im Allgemei-nen das feindliche Feuer sich mehr auf die Stadt als auf dieWälle richtete, so befand sich die Besatzung auf diesen weit siche-rer als in ihren Quartieren. Gegen Mittag schwieg das Feuer,und nach 1 Uhr erschien der Kapital» Desterno, ehemaliger preu-ßischer Dragoner-Lieutenant und zur Zeit Adjutant Jerome's, alsParlameutair und überreichte ein Aufforderungsschreiben, in wel-chem die Einnahme von Magdeburg, Stettin, Küstrin und Glo-gau, der Einzug der Franzosen in Warschau mitgetheilt und dieHoffnungslosigkeit für einen Entsatz ausgesprochen wurde. DerParlamentair fügte hinzu, daß die Franzosen auch bei Thorn dieWeichsel überschritten und nirgends Russen gesehen hätten, daßder König bereits bis hinter Memel zurückgegangen sei und Na-poleon erklärt habe, nicht früher Frieden zu machen, als bis erRußland gedemüthigt und das Bündniß mit Preußen gesprengthabe.
Der Gouverneur wies die Aufforderung entschieden zurück,und hatte auch während des Unterhandelns das Feuer nicht ein-stellen lassen.
Am 11. Dezember setzte der Feind das Bombardementfort, doch nur auf dem linken Oder-Ufer, da es dem auf demSpringstern kommandirenden Artillerie-Lieutenant Zimmermann,der bald darauf erschossen wurde, gelungen war, das feindlicheFeuer zum Schweigen zu bringen. Auch auf der linken Oder-seite gewann endlich das Feuer des Vertheidigers die Oberhand.
Am Abend mußte auch die Ohlauer-Vorstadt von der Be-satzung angezündet werden.
In der Nacht zum 12. verlängerte der Feind die Parallelelinks näher gegen die Oder, und die Parallele rechts bis zurKapitale des Hundebastions, und begann eine zweite Parallelelinks an der Oder und rechts von der Vorstadt. Auch wurdeeine Parallele mit einer Batterie auf der rechten Oder-Seite,400 Schritt vom Oder-Kronwerk, angelegt.
Am 12. und in der Nacht zum 13. wurde die Stadt zwarbeschossen, aber nur langsam, da der Feind erst Munition undan Stelle der demontirten Geschütze Ersatz aus Glogau erwartete-