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DreSlau. Die erstere Festung fand er in dem allertraurigstenZustand; die Festungswerke waren im höchsten Grade vernach-lässigt, keine Zugbrücke im Stand, das Breslauer Thor sogareingefallen; es fehlte an Artillerie und Artilleristen, welche durcheinen einzigen ganz invaliden Artillerie-Offizier befehligt wurden;die gänzliche Invalidität des 71jährigen Kommandanten, General-Majors Cornerut, ließ um so weniger nachdrückliche Maßregelnzur Verbesserung dieser Zustandes erwarten, als die eingetreteneranhe Witterung fernere Arbeiten zur Armirung der Festung sehrerschwerte. Da nun in Brieg sich große Vorräthe von Mehl,Munition, Armatur- und Mvntirungsstücken befanden, so faßteder Graf Götzen den Entschluß, den Fürsten von Pleß zum Ver-lassen des Platzes zu bewegen, und die dortigen Vorräthe zurbessern Ausrüstung der übrigen Festungen, so wie zum Nutzender zu errichtenden mobilen Truppen zu verwenden. Einstweilenbefahl er indessen, alle Kräfte anzuwenden, um den Vertheidi-gungszustand von Brieg zu erhöhen.
In Breslau fand der Graf Götzen die Garnison erst etwadurch tausend Mann eingezogener Land-Reserve-Rekruten undRanzionirter verstärkt, die Einziehung der Königlichen und Privat-Jäger sehr unvollständig ausgeführt, und den Befehl zur Ein-lieferung der noch rückständigen 6000 Mispel Korn förmlich zu-rückgenommen. Obgleich die vom Grafen Götzen einberufenenLand- und Steuer-Räthe des Departements erst am 6. in Breslaueintreffen konnten, ordnete er doch auch hier die Einziehung vonRekruten und die Einlieferung von Pferden an. Von den auödem Felde zurückgekommenen kriegsgefangenen Offizieren kaufte er200 Pferde, verstärkte damit die Kavallerie des Platzes, der esan unberittener Mannschaft nicht fehlte, auf 210 Mann, undließ eine reitende Batterie aus Freiwilligen der Feld-Artillerieund ranzionirten reitenden Artilleristen der Batterie Hahn, durchden Lieutenant Fiebig errichten. Von der großen Anzahl der inBreslau vorhandenen Ranzionirten der Regimenter Hohenlohe undTreuenfels sollten Bataillone, in dem Etat der Land - Reserve-Bataillone formirt, ihnen Feldwebel und Unteroffiziere ans derBesatzung gegeben, und dadurch diese auch ohne Rekruten, deren