Bataillon von Tschepe entdeckt; die Rädelsführer wurden erschossen,die übrigen Mannschaften durch Gassenlaufen bestraft.
Sobald der General Vandamme am 28. Nachmittags ein-getroffen war, ließ er die Festung auffordern, wurde aber zurück-gewiesen. An demselben Tage Abends langten sechs Fahrzeugemit Belagerungsgeschütz und Munition bei Beichau an. Am29. November begann die Ausladung der Geschosse, die in derKirche von Prostau untergebracht wurden; am 30. wurden dieGeschütze — 6 kleine und 4 schwere Mörser und 4 Haubitzenschweren Kalibers — ausgeschifft, doch waren die Wege durchdie eingetretene nasse Witterung so schlecht geworden, daß erstam Abend um 8 Uhr die kleinen Mörser und die Haubitzen,auf Schleifen herangcbracht, in die Batterien eingeführt werdenkonnte», und, im Verein mit den bereits stehenden Feldhaubitzen,folgende Vertheilung stattfand: in der Batterie Nr. 1. 2 Mörserund 2 Haubitze», in der Nr. 2., 3. und 5. je 2 Haubitzen, inNr. 4. und 6. je 2 Mörser und 2 Haubitzen. Für die Belage-rungsgeschütze lagen in den Batterien 30, für die Feldhaubitzen40 Wurf bereit. Bei Nacht sollte die Stadt beworfen werden,bei Tage theils die Stadt, theils die Kavaliere der Festung unddie Scharten der Werke. Die 4 schweren Mörser hatten nochnicht herangeschafft werden können.
Am 1. Dezember um 6^ Uhr Morgens begann das Bom-bardement und dauerte bis nach 9 Uhr. Tie Artillerie der Be-satzung hatte zwar mit Nachdruck geantwortet, aber der Feindhatte seinen Zweck erreicht. Die Gewißheit, daß Belagerungs-geschütz eingetroffen, daß der Feind es in seiner Macht hatte, dieStadt einzuäschern, hatte das Gouvernement völlig umgestimmt.
Gleich nach Beendigung des Feuers sandte der GeneralVandamme aufs Neue einen Parlamentair, und forderte die Fe-stung mit der Versicherung auf, daß kein Entsatz zu hoffen sei,indem weder eine preußische noch eine russische Armee diesseits derWeichsel stehe und der König von Preußen bereits in Rußlandsei- Da der Gouverneur diesen Angaben keinen Glauben schen-ken wollte, so gab der französische General zu mehrerer Bestäti-gung schriftlich sein Ehrenwort.