Die Note der Bevollmächtigten blieb indessen ohne Antworr,und die Unterhandlungen wurden in den ersten Tagen des No-vembers durch Talleyrand fortgesetzt. Der Pole Dombrowski warnach Berlin gekommen und hatte Himmel und Erde in Bewegunggesetzt, um Napoleon zu vermögen, nach Polen zu marschiren.Talleyrand erklärte den Bevollmächtigten unumwunden: Napoleonwerde den Zustand Preußens zu einem endlichen allgemeinen Frie-den benutzen.
Mittlerweile hatte der König, der sich nach Graudenz be-geben hatte, aus Grund der Mittheilungen seiner Unterhändler,am 6. November einen Rath zusammenberufen, welchem die Prin-zen Heinrich und Wilhelm, die Generale Graf Kalkreuth, GrafSchulenburg, Geusau, Laurens, Phull, Köckritz, der Oberst Kleist,die Minister Boß, Haugwitz, Stein und Schrötter beiwohnten.Nach dem Vortrage eines MemoireS des Ministers Haugwitzwurde von der Mehrzahl anerkannt:
1) daß Preußen den Krieg nicht fortsetzen könne, sondern
2) den Frieden unter den am 30. Oktober gestellten Bedingun-gen schließen müsse, wenn nicht Stipulationen hinzukümen,die den Frieden unmöglich machten;
3) daß als solche Stipulation zu betrachten sei die Bedingungu) des Krieges gegen Rußland, für den Fall, daß Rußlanddie Pforte angriffe, >-> der Beitritt Preußens zum Rhein-bünde;
4) daß nicht zu erwarten sei, daß Rußland nach dem Friedenzwischen Frankreich und Preußen den Krieg fortsetzen undseine Armee durch Preußen marschiren lassen werde, daßaber auch dann noch auf keinen Krieg gegen Rußland ein-zugehen sei.
Der Minister Haugwitz äußerte dagegen, wie es ihm nolh-wendig erscheine, daß der Beitritt zum Rheinbunde erfolgen müsse,sobald Napoleon, gestützt auf die vielfachen errungenen Vortheile,den Frieden nicht anders eingehen wolle. Der Minister Schulen-burg stimmte dem bei, wenn damit keine Offensive gegen Rußlandverbunden sei. Der Oberst Kleist stellte die Alternative: entwederganz mit Rußland oder ganz mit Frankreich um den Staat vom