lich einige Trupps Kavallerie. Gleich darauf erschien ein feind-licher Husaren-Offizier mit einem Trompeter, der, da die Wachenohne alle Instruktion waren, ohne Begleitung von preußischer Seite,mit unverbundenen Augen im Trabe zum Gouverneur ritt, unddiesen im Namen des Großherzogs von Berg zur Uebergabe auf-forderte. Er führte dem Gouverneur zu Gemüthe, aller Wider-stand sei vergebens, indem die Festung von 100,000 Mann ein-geschlossen sei und der Fürst Hohenlohe bei Prenzlan kapitulirthabe. Der Gouverneur erwiedcrte mit anscheinender Ruhe: erkenne seine Pflicht und werde die ihm anvcrtraute Festung bisaufs Aeußerste vertheidigen. So wurde der Parlamentair um1 Uhr Mittags mit einer abschlägigen Antwort abgefertigt.
Leider waren indessen diese heroischen Gesinnungen des Gou-verneurs von sehr kurzer Dauer; denn kaum war der Parlamen-tair fort, so diktirte er dem Gonvernements-Anditeur Dragaud einenKapitulations-Entwurf, der im Wesentlichen des Inhalts war: daßdie Festung am folgenden Morgen übergeben werden, die Garnisonfreien Abzug erhalten, mit allen Ehrenzeichen abmarschiren sollte.Während man noch in voller Arbeit war, fanden sich auch derKommandant und Vice-Kommandant ein, und der Letztere erhieltden Auftrag, den Schluß des Entwurfs zu diktiren, was dennauch bereitwillig geschah.
Man war mit der Oieinschrift noch nicht fertig, als um 4 UhrNachmittags ein zweiter Parlamentair erschien, welcher erklärte:der General Lasalle stehe mit der Avantgarde ,7 Meile von derStadt; die Korps des Prinzen Mürat und des M. Lannes würdenam folgenden Morgen mit 30 bis 40,000 Mann die Festungeinnehmen, und wenn der Gouverneur sich nicht binnen 12 Stun-den zur Uebergabe bequeme, so solle die Stadt Stettin außer dervon ihr zu fordernden Kontribution noch ^ Million Thaler zuzahlen verpflichtet sein.
Der Gouverneur hatte alle Fassung verloren; er wußte nicht,was er dem Parlamentair antworten sollte uuv verwies ihn zurGeduld. Während dieser Unterredung waren die beiden Komman-danten und mehrere andere Offiziere der Garnison hinzugekommen;Alles sprach durcheinander in Gegenwart des Franzosen, und Nie-