U4
Mit dem Major Knesebeck waren der Hauptmann Gneisenauund der Kriegsrath Ribbentropp zur Anordnung der Quartiereund Verpflegung der marschirenden Truppen vorausgegangen. Eswurde von ihnen die Veranstaltung getroffen, daß die nicht be-quartierten zunächst liegenden Ortschaften sowohl Lebensmittel —Schlachtvieh, Erbsen, Kartoffeln, Brod, Branntwein und Bier —als auch Futter nach den belegten Ortschaften zur Hülse liefernmußten.') Ueberall fand der Major bei den Behörden und Ein-sassen den besten Willen, und damit es au nichts fehle, wurdendie marschirenden Truppen um ein Bedeutendes stärker angegeben,als sie es in der Wirklichkeit sein konnten. Wenn es, wie spätergezeigt wird, dennoch auf dem weitern Marsch an Lebensmittelnmitunter gänzlich gefehlt hat, so lag das zum Theil in den kreu-zenden Maßregeln des mit dem Hauptquartier marschirenden Ge-neral-Intendanten, Obersten Guivnneau, der ebenfalls Anordnun-gen treffen wollte, besonders aber in den abändernden Anordnun-gen des Fürsten selbst, wodurch öfter die Quartiere nicht belegtwurden, die der Major Knesebeck angewiesen hatte, obgleich derFürst demselben das bestimmte Versprechen gegeben hatte, sichgenau seinen Anordnungen zu unterwerfen-
Am 22. Oktober, wo die Franzosen mit den Korps derMarschälle Davout und Lanues von Wittenberg und Dessau nachBerlin aufbrachen und 2 Divisionen des M- Bernadotte bei Barb»über die Elbe gesetzt wurden, marschirte die Haupt-Kolonne desFürsten Hohenlohe nach Genthin (.Ts Meile), wohin das Haupt-quartier kam, nach Mützel, Alten-Plathow, Roßdorf, Brettiu, Kl.Wusterwitz, Vehlen, Schlagentin, Zabaknk, Wollersdorf. DieFlankendeckung des Generals Schimmelpfennig zweigte sich erstan diesem Tage ab. Die Infanterie derselben — die Reste derFüsilier-Bataillone Pelet, Rühle, Rabenau, Erichsen, Rosen undBoguslawski — zusammen Mann, kam nach Benödorf
bei Plaue, die Kavallerie — s von Schimmelpfennig- und 1 Ba-taillon Köhler-Husaren — nach Plaue am Kanal.
1) Der Soldat sollte Morgens und Abends ein Bntterbrod und Schnaps,Mittags Z Pfund Fleisch und Gemüse erhalten, und nur für jede Ortschaftim Ganzen über die Verpflegung gnittirt werden.