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5 (1795) [Wilhelm Meisters Lehrjahre. Bd. 3]
Entstehung
Seite
363
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Oie älteste Tochter hakte meine ganzeNeigung gefesselt, und cs mochte wohl da-her kommen, weil ste mir ähnlich sah, undweil ste sich von allen vieren am meisten zumir hielt. Aber ich kann wohl sage», jegenauer ich sie beobachtete, da sie heranwuchs, desto mehr beschämte sic mich, undich konnte das Kind nicht ohne Bewunde-rung, ja ich darf beynahe sagen, nicht ohneVerehrung anschn. Man sah nicht leichteine edlere Gestalt, ein ruhiger Gemüth undeine immer gleiche, auf keinen Gegenstandeingeschränkte, Thätigkeit. Cie war keinenAugenblick ihres Lebens unbeschäftigt, undjedes Geschäft ward unter ihren Händen zurwürdigen Handlung. Alles schien ihr gleich,wenn sie nur das verrichten konnte, was inder Zeit und am Platz war, und eben sokonnte sie ruhig, ohne Ungeduld, bleiben,wenn sich nichts zu thun fand. Diese Thä-