Druckschrift 
2 (1805)
Entstehung
Seite
169
Einzelbild herunterladen
 

i.

Persim. 169

Anzahl aller Einwohnev in allen obgedachten Theilkn von Per-sien, mit Inbegriffe aller zum afghanischen Staate gehörigenLheile, auf i8 Millionen. Gegenwärtig höre man in diesemLande vier -Hauplsprachen: die neu-persische, in verschiedenenDialekten, und die Sprache der Gauren, oder Gebern, oderparsen, (die alk-persische), die albanische, die türkische, diearmenische. In Haupchandelsplatzen, desgleichen in den ösil.Provinzen des afghanischen Reichs, hört man indische Dialekte.(S. oben, Aa sch mir, S. i6z, Nr. 7.) An der Küste des kaspischenSees spricht man auch russisch. Nordostwarts find Afghanen,(Patanen), welche georgisch reden. Zigeuner leben im ganzenLande zerstreut. In Irak - Abschemi befinden sich Rurden;Turkomanen sind IN Mehrern Gegenden.

Landes - Religion ist die mohhammedanische, größtentheilsvon der Sekte des Ali, (Schiiten). Man duldet aber auchLbriste», (Armenier, Griechen, Rcachol.), und Juden. DieGeber» oder Parsen, (Behenoin, Feueranbeter), sind Heiden,und sehen die Sonne als ein Sinnbild des unsichtbaren Gottesan. Von den Mohhammedanern werden sie Gaurn, auch La-fern genannt, daher auf manchen Landkarten, in N. von Kabul,ein Raffernland, Lafristan, (Kuttore). Das kanonische Buchder Feueranbeter ist der SenS-Avesta von Srrduscht, (Zoro.aster). Die Armenier haben hier z Patriarchen, von welchender vornehmste mit dem Titel: Larholikus aller Armenier, sei-nen Sitz im XI. Edsch-niasin; der 2te zu Sis NN Kerman;der gte zu Gandfafar in Schirwan hat. Ein beträchtlicherTheil der Armenier ist mit der r. kathol. Kirche vereinigt,(Unirte); diese stehen unter einem Erzbischöfe, gewöhnlich vomDominikaner, Grden ; seine Residenz ist zu Nachlsckiwan. Be-kenner der brabminischen Relig. sind in Kaschmir u. a. ostl. Prov.

Die wiffensch fftlichen Renntnisiä der heutigen Perserschranken sich größtentheils nur ein auf Studium Oes Rorans,Wahrfagcrep, Skerndeueercp, eine Art von Weirweisheit,Moral und etwas ?l r Z!, e f rv ijpnschaft, Dichtkunst, (wiewohljetzt weniger' als in verfloßnen Jahrhunderten). Schulen, Sc!,legten, Bibliotheken sind wie in den osmanischen Landen. Vonder Baukunst der Perser hat man in mehrern sehenswürdigenAnlagen in hiesigen Landen, selbst von sachkundigen Europäerngeschätzte Denkmäler. Viehzucht ist in den meisten Provinzen-Persiens erheblicher als Ackerbau. Viele Ortschaften haben be-trächtlichen Gewinn von Seidenbau. Bergrverksbau ist unbe-deutender, als der Segen des Landes »erstattet. In denerheblicheren. Städten sind, nebst vielfachen Rünstkern, die-thigsien Handwerker. Die persischen Werkstatte liefern: Töpfer-

L 5 Arbei-