aj4 Ueber die menfchliche Natur.
der Sympathie. Die Empfindungen anderer kön-nen uns nie afficiren, aufser wenn fie gewifferma-fsen unfre eignen werden; in welchem Falle fiedurch Widerftrebung oder Erhöhung unfrer Lei-denfchaften eben fo auf uns wirken, als wenn fieaus unferer eignen Gemüthsbefchaffenheit und Na-tur urfpriinglich entftanden wären. So lange fie inden Gemiithern von andern verborgen liegen, kön-nen fie keinen Einflufs auf uns haben: und felbftwenn fie uns bekannt geworden find, und nichtweiter als in unfre Phantafie oder zu unferm Ver-bände gelangen; fo find diefe Vermögen fo fehr anObjekte jeder verfchiedenen Art gewöhnt, clafs einblofser Begriff, wenn er auch gleich unfern Empfin-dungen und Neigungen entgegen ift, uns allein ge-nommen nie afficiren würde.
Das zweite Princip, deffen ich erwähnenwill, ift die Vergleichung oder die Abände-rung unfrer Urtheile über Objekte nach dem Ver-hältniffe, in welchem fie mit denen ftehen, mit wel-chen w T ir fie vergleichen. Wir urtheilen über dieDinge mehr nach Vergleichung als nach ihrem In-nern Werth und ihrer abfoluten Würde; und fehenjedes Ding für geringer an, fobald es einem andernDinge von eben der Art, das höher ift, entgegeu-gefet/t wird. Aber keine Vergleichung fällt öftervor, als die mit uns felbft; und daher findet fiefielt auch bei jeder Gelegenheit und vermifcht fichmitden mehreften unfrer Leidenfchaften. Diefe Artvon Vergleichung fteht in ihrer Wirkung der Syin-
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