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3 (1792) Ueber die Moral
Entstehung
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eben follte, die vor einen Gerichtsftuhl kommen;fo würde man finden, dafs es jeden Fall für fichbetrachtet, oft der Menfchlichkeit weit angemeffe-ner feyn würde gegen die Gefetze der Gerech-tigkeit als nach ihnen zu entfeheiden. Der Rich-ter nimmt einem Armen etwas, um es dem Reichenzu geben; er fpricht dem Liederlichen die Arbeitdes Fleifsigen zu, und liefert dem Lafterhaften dieMittel in die Hände, fich und andern zu fchaden.Deffenungeachtet ift die ganze Verfaffung der Ge-fetze und der Gerechtigkeit der Gefellfchaft fehr zu-träglich; und in Rücklicht auf diefer Vortheile, ha-ben fie auch die Menfchen durch ihre freiwilligenKonventionen eingeführt. Nachdem fie nun aberdurch diefe Konventionen einmal eingeführt ift, foift mit ihr n at ii r 1 i che r w ei f e auch eine fehrftarke fittliche Empfindung verknüpft; und diefekann nirgends anders herrühren als von unfrerSympathie mit den Vcrtheilen der Gefellfchaft. Wirbedürfen keiner andern Erklärung von der Achtung,welche mit denjenigen natürlichen Tugenden ver-knüpft ift, welche eine Beziehung auf das allgemei-ne Befte haben.

Ich mufs ferner bemerken, dafs noch verfchie«dene Umftände da find, welche diefe Hypothefe inBeziehung auf die natürlichen Tugenden nochwahr-fcheinlicher machen, als in Beziehung auf die klinft-'liehen. Es ift gewifs, dafs die Einbildungskraftweit ftärker durch das, was einzeln ift, als durchdas, was allgemein ift, afficirt wird; und dafs die

Empfin-