vor fchützen können, clafs fie nicht in jenen elen-den und wilden Zuftand gerathen, den man ge-wöhnlich als den Stand der Natur vorzuftel*len pflegt. Und fo grofs diefer Vortheil ift, denalle Menfchen durch Aufrechterhaltung der Gefell-fchaft und durch die Ueobachtung der R.egeln derGerechtigkeit haben ; fo handgreiflich und einleuch-tend ift er auch felbft dem roheften und unkultivir-teftön Menfchengefchleclite; und ein jeder, der nurdie Gefellfchaft durch Erfahrung hat kennen lernen,kann unmöglich über diefen Punkt anderer Mei-nung feyn. Wenn nun aber die Menfchen fo innigihrem eignen Vortheile zugethan find, und ihr eig-ner Vortheil bei der Beobachtung der Gerechtigkeitfo fehr intereffirt ift, und der davon zu erwartendeVortheil fo gewifs und fo allgemein eingeftanden ift;fo kann man fragen, wie bei fo bewandtenUmftän-den irgend eine Unordnung in der Gefellfchaft ent-ftehen könne, und welches Princip in der menfch-lichen Natur fo mächtig fey, das eine fo ftar-ke Leidenfchaft unterdrücken kann; oder fo ge-waltfam, dafs dadurch eine fo klare Erkenntnifsverdunkelt wird ?
Es ift fchon in der Abhandlung über die Lei-denfchaften bemerkt worden, dafs die Menfchenfehr ftark durch die Einbildungskraft regiert wer-den, und dafs fie ihre Leidenfchaften mehr nachdem Lichte einrichten, in welchem ihnen die Ob-jekte Vorkommen, als nach ihrem realen und in-nerrn Werthe. Was fie mit einem ftarken und leb-haften