X4Ä Ueber die mcnTcIiliclie Natur.
der Moralität uns zu gerechten Handlungen antrei-ben und uns von ungerechten Handlungen abfchre-cken. Laffet nun diefe Motive feyn, was fie wol-len, fo muffen fie fich doch nach den Umftändenbequemen, und aller der Abändenlh^Jn fähig fevn,welchen die menfchlichen Angelegenheiten in ihrenunaufhörlichen Revolutionen ausgefet'zt find. Siefind folglich ein fehr unfchicklicher Grund für fol-che ftrenge und unbiegfame Regeln, als die Gefetze-der Natur find; und es ift daher offenbar, dafsdiefe Gefetze blos in den menfchlichen Konventio-nen ihren Grund haben können, welche fie einge-gangen find, nachdem fie die Unordnungen einge-fehen haben, die daraus entfpringen, wenn fieihren natürlichen und veränderlichen Principienfolgen.
Im Ganzen alfo muffen wir diefen Unterfchiedzwifchen Recht und Unrecht aus zwei verfchiede-nen Gründen ableiten, nemlich aus dem Vor-theile oder dem Inte reffe, wenn die Men-fchen einfehen, dafs es unmöglich ift in Gefellfchaftzu leben , wenn fie fich nicht durch gewiffe Regelneinfchränken; und dann aus der Moralität,wenn die Menfchen diefe Vortheile einmal bemerkthaben, und nun ein Vergnügen bei folchen Hand-lungen empfinden, die auf die Ruhe der Gefellfchaftabzielen, und ein Mifsvergnügen an denen, welcheihr entgegen find. Die willkührliche Konventionund Ivunfc der Menfchen macht, dals zuerft das In-tereffe gewirkt wird; und in fo weit muffen alfo
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