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3 (1792) Ueber die Moral
Entstehung
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Ueber die Gerechtigkeit u. f. w. *9

an der Ungerechtigkeit anderer wahrnehmen kön-nen; , weil wir in diefem Falle nicht durch Leiden-fchaft verblendet, oder durch widerfprechende Nei-gungen auf eine andre Seite gelenkt werden. Iawenn die Ungerechtigkeit auch in einer folchenEnt-fernung von uns vorgeht, dafs fie gar keinen Ein-flufs auf unfern Vortheil hat, fo inifsfäilt fie unsdoch ; weil wir fie als der menfchlichen Gefellfcliaftnachtheilig und als verderblich für jeden anfehen,der mit einer Perfon, die ungerecht ift, zufammen-

kömmt. Wir nehmen, vermöge der Sympathie,

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an ihren unangenehmen Empfindungen Theil; undda jedes Ding, das bei Betrachtung der menfch-lichen Handlungen unangenehme Empfindung ge-währt, Lafter, und alles, was auf eben diefe ArtVergnügen hervorbringt, Tugend lieifst; fo ift die-fes der Grund, weshalb die Empfindung des Mora-lifch-Guten und Böfen bei der Gerechtigkeit undUngerechtigkeit erfolgt. Und obgleich diefe Em-pfindung im gegenwärtigen Falle blos von der Be-trachtung fremder Handlungen herrührt, fo mufsfich diefes doch auch auf unfre eignen Handlungenerftrecken. Die allgemeine'Regel wirkt wei-ter als auf die einzelnen Fälle, von welchen fie ab-gezogen ift; indem wir zu gleicher Zeit nach derEinrichtung unfrer Natur mit andern in den Em-pfindungen, die fie von uns haben, fympathifi-ren. So ift alfo der Eig ennutz die ur-fprüngliche Quelle der Errichtung derGerechtigkeit; aber eine gewiffe Sym-pathie