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Ueber die menfchliche Natnr.
Inwendigen finden. Diefes geht aber direkte nichtan; und wir richten daher untre Aufmerkfamkeitauf die Handlungen als auf äufsere Zeichen. Aber .diefe Handlungen werden doch immer nur als Zei-chen betrachtet; und das letzte Objekt untres Lo-bes oder Tadels ift der Beweggrund, der fie hervor-gebracht hat.
Eben fo, wenn wir eine Handlung fodern odereine Perfon tadeln, dafs fie diefelbe nicht gethan hat,fo fetzen wir allemal voraus, dafs jemand in dieferLage durch das eigenthümliche Princip dieler Hand-lung hätte muffen beftimmt werden, und wir findenihn deshalb tadelhaft, weil er es vernacliläffiget hat.Finden wir bey näherer Unterfuchung, dafs der tu-gendhafte Beweggrund dennoch in feinem Herzenwirkfam war, und dafs er nur durch einige uns un-bekannte Umftände in feiner Wirkung aufgehaltenwurde, fo nehmen wir unfern Tadel zurück, undhaben diefelbe Achtung gegen ihn, als ab er wirk-lich die Handlung gethan hätte, die wir von ihmfodern.
Hieraus erhellet alfq, dafs alle tugendhafte Hand-lungen ihr Verdienft blos von den tugendhaften Be-wegungsgründen empfangen, und blos als Zeichenfolcher Beweggründe angefehen werden. Aus diefemGrunde fchliefse ich, dafs der erfte tugendhafteBeweggrund, welcher einer Handlung Verdienft ver-fchafft, niemals eine Rückficht oder Beziehung aufdie Tugend diefer Handlung feyn kann, fondern die-fes mufs ein anderer natürlicher Beweggrund oder
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