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3 (1792) Ueber die Moral
Entstehung
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Erfahrung, indem Ce uns lehrt, dafs Menfchen oftdurch ihre Pflicht regiert, von einigen Handlungendurch die Meinung, als ob fie ungerecht wären, ab*gefchreckt und zu andern durch die Vorftellung ih-rer Verbindlichkeit angetrieben werden.

Da alfo die Moral einen Einflufs auf Handlun-gen und Leidenfchaften hat, fo folgt, dafs fie nichtvon der Vernunft herrühren kann; und diefes des-halb, weil, wie wir fchon bewiefen haben, dieVernunft nie einen folchen Einflufs haben kann.Moralifche Vorftellungen erwecken Leidenfchaftenund befördern oder verhindern Handlungen. DieVernunft für lieh felbft aber ift in diefem Stü-cke ganz ohnmächtig. Die Regeln der Sittlich-keit können alfo unmöglich Schlüffe unfrer Ver-nunft feyn.

Kein Menfch kann, glaube ich, die Richtigkeitdiefer Schlufsfolge leugnen ; und es giebt auch kei-nen andern Weg ihr zu entgehen, als wenn mandenjenigen Grundfatz leugnet, worauf fie ficli grün-det. So lange als eingeräumt wird, dafs die Ver-nunft keinen Einflufs auf unfre Leidenfchaften und'Handlungen haben kann, wird man vergeblich be-haupten, dafs die Moralität nur durch Vernunft-fchlül'fe entdeckt werden kann. Ein thätigesPrincip kann lieh nie auf ein unthätiges gründen;und wenn die Vernunft für fich felbft unthätigift, fo mufs fie in allen ihren Geftalten und Aeuf-fei^ungen alfo bleiben, fie mag fich nun bei phy-fil'chen oder moralifchen Gegenftänden äufsern,

fie