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Gottesfürchtige und erbauende Briefe über verschiedene Gegenstände, die das innere Leben oder die fortwährende Ausübung des Christenthums betreffen
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Seite
249
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Hundert und achter Brief. *)

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Zn Jesu herzlich geliebte Schwester!

Sitzend in inniger Stille als vor Gottes Angesicht,finde ich mich bewogen dich im Geist zu grüßen und vonunserm guten Gott einige Stille und Vergnügen zu erbit-ten und zuzuwünschen. Za, meine liebe Tochter, Gott istuns innig genug, wann Er in uns ist, und wann wiruns in Ihm halten; o dann haben wir alles, was wir jekönnen begehren; und wann wir dann noch einig Dingneben Ihm begehrten, eben das würde uns unvergnügt undbedrängt machen. Er ist unser Nuhcpunkt; wann wir inIhm kommen, dann haben wir nichts mehr zu suchen, zutrachten und uns zu beunruhigen; da wird der Geist ge-wahr, daß er dahin gelanget, wohin er wollte; er hat denOrt gefunden, wo er ruhen kann. Da dürfen wir nichtallein nicht auskehren bei einig geschaffen Ding Trost zusuchen, weil wir an dem Einen genug haben; sondern wirhaben auch für die Zeit nicht nöthig, unser Gutes und un-ser Böses anzusehen, welches nur eine Zerstreuung gewährt.Zn dem einen Gut haben wir alles Gut, und in diesem Gutbleibet vernichtet alles Böse; lasset uns denn alles undauch uns selbst dalassen und dem Herrn überlassen. Sehenur Gott an, richte deine Meinung in allen Dingen ein-zig auf Ihn, sowohl in dem was du thust, als in demwas du leidest; siehe seine Liebe und umfasse Gott in Allem,und freue dich in Ihm und seinem Willen, ohne deinen

*) Dieser soviel mir besannt noch ungedruckte Brief des sel.G. Tersteegen wurde mir von einem Freunde mitgetheilt.Ohne Zweifel werden die Leser eS mir Dank wissen, daßich ihn hier noch folgen lasse.

Der Verl.