Druckschrift 
Gottesfürchtige und erbauende Briefe über verschiedene Gegenstände, die das innere Leben oder die fortwährende Ausübung des Christenthums betreffen
Entstehung
Seite
242
Einzelbild herunterladen
 

242

Hundert und dritter Brief.

Bei Entbehrung der äußern Abgeschiedenheit müssen wir umso mehr die innere suchen, d. i. unsere Gedanken undLiebe allein auf Gott richten und ihm all' unser Thunund Lassen aufopfern.

Lieber Bruder!

Deinen Brief habe ich richtig erhalten. Gott sei ge-lobt, der in seiner Güte mit Dir ist nach Leib und Seele.Wenn Du auch nicht viel Zeit oder Gelegenheit zu äuße-rer Abgeschiedenheit hast, so wird Dich doch die Gnadebelehren, um so viel eifriger die innere zu suchen und zubewahren. Lassen wir unsere Liebe und Gedanken lauterauf Gott richten, dann werden wir wahre Einsiedler sein,die überall nichts finden als Gott allein. Der Herr selbstwill uns wesentlicher in diese Entblößung und Reinheiteinführen! So können wir zuweilen in das Kämmerleineinkehren, wo wir nichts von dem Gebraust dieser Welthören , sondern in dem Vorzimmer des göttlichen Willensunsre äußern Geschäfte versehen und alles das Getümmelohne Theilnahme und Schaden sehen und hören könnten,wenn wir zu dem rechten Fenster hinausschaueten, ich willsagen, mit reiner Liebe und lautern Gedanken zu Gott.Du mußt nur bei Deinen Geschäften, beim Kaufen undVerkaufen auf dem Weltmärkte umherwandeln, wie Pau-lus durch die abgöttischen Tempel in Athen (Apostelgesch.17.). Wenn die Welt Dich dergestalt beschäftigt sieht,dann wird sie denken, Du wollest auch ihren Abgötternopfern; dies sei aber ferne von Dir! Richte Deine Ge-danken und Liebe rein auf Gott, der Dir überall so in-nig nahe ist; diesem der Welt unbekannten Gottopfere allein Alles auf, wo Du auch seist bei Menschen,und wo Du auch gehst über die Straßen; opfere ihm alle

Ol

jltzM

Ft

A

ji»

D«ff ft

r«