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in stiller Dunkelheit thronte, hörte und sah man nichtsvon dem Geräusch des Schlachtens; dennoch wurde dasVersöhnungsblut hinter den Borhang gebracht (Luc. 16,15.).
Christi Blut und Versöhnung ist in jedem Zustandekostbar, nicht bloß bei den Gläubigen auf Erden, sondernselbst bei den Seligen im Himmel (Offcnb. 5, 9.); aberman hat davon nicht in allen Zuständen und zu allenZeiten eine bestimmte Erinnerung, eine bildliche Vorstel-lung oder eine sinnliche Rührung.
Jeder Zug der Liebe zu Gott nach innen, jede Oeff-nung in dem Zugänge zum Herrn, jeder Blick von kind-lichem Vertrauen, jede Wirkung und Mittheilung Gottes,seiner Liebe und Güte, jedes Gefühl von Friede und in-nigem Wohlbehagen, die Gläubige fühlen und empfindenkönnen; jede Willfährigkeit, um vor Gott zu leben u. s.w.; alle diese und unendlich mehr Dinge haben ihrenGrund in, und entspringen aus der Versöhnung Christi,wenn auch schon die Seele, die solches empfindet, geradezu der Zeit wissentlich nicht daran denkt.
Ein Kind saugt an der Mutter Brust, ohne zu wis-sen, woher die Milch kommt, und ohne die Brust zu se-hen, welche die Milch gibt; das Besehen derselben würdedas Saugen verhindern. Verschiedene köstliche Zuständeund Zeitpunkte des innern Lebens erlauben nicht viel Ue-berlegen und Umschauen. Auch kann es stattfinden, daßder Eine den angenehmen Geschmack der Speise auf derZunge hat, und doch keine Nahrung von ihr erhält, wenner sie nicht weiter bringt, wohingegen ein Andrer dieSpeise, welche er genossen und ihren Geschmack vergessenhaben kann, doch alle Nahrungskraft aus ihr zieht.
Innigen Seelen wird oft das Wesentliche der Ver-söhnung sehr einzeln, aber sehr tief und kostbar entdeckt;es wird auf sie angewandt und sie erfahren es auf eine