Druckschrift 
Gottesfürchtige und erbauende Briefe über verschiedene Gegenstände, die das innere Leben oder die fortwährende Ausübung des Christenthums betreffen
Entstehung
Seite
232
Einzelbild herunterladen
 

232

gen, und mit Stille und Vertrauen auf ihn warten ler-nen. Nachdem ich in den ersten Jahren meiner Umwand-lung viel Kummer, Furcht und Angst ausgestanden hatte,wurde ich auf eine sehr einfache Weise darauf hingeführt,mich bloß in dem Glauben und in der Liebe zuüben, welcher Weg mir so gesegnet war, daß ich Gottdafür in Ewigkeit zu danken hoffe, und darum diesenWeg auch Andern anrathe, um sich darauf zu üben, nachdem Zuge, den ihnen Gott dazu besonders zu verleihenbeliebt. Nachdem ich ganz abgemattet war von der Ar-beit meiner Hände, meines Verstandes und anderer An-strengungen, gab ich dieses nothgedrungen auf, weil ichbemerkte, daß ich immer eben dürre und elend blieb, undich lernte glauben an einen Gott, der mir in dem sü-ßesten Namen Jesus auf das allerinnigste nahe sei, undder aus lauter Barmherzigkeit mein Freund sein, bei mirbleiben und Gemeinschaft mit mir pflegen wollte trotz mei-

ner Unwürdigkeit. Dieses glaubte ich so ganz einfältig,

-8

W

HB

-Uii

Ä«

ohne viel Gefühl oder Helles Licht zu besitzen: diesen ver-borgenen Eindruck von Gottes Gegenwart mußte ich soden ganzen Tag über stille bei mir nähren, mich als ei-nen armen Fremdling beschauend, der durch die Wüstedieser Welt wandelt mit seinem Herzensfreund. DieserEindruck mußte auch je länger je mehr all' mein Thundurchdringen, um nur Alles zu thun, zu lassen, zu leidenund zu versagen u. s. w. aus herzlicher Liebe zu demGott, der mir so nahe war und in dem ich mich alleinerfreuen sollte. Ich rede hier nur allein vom Guten, ohneetwas zu erwähnen von meinen vielen Gebrechen, die damit unterliefen; hauptsächlich hatte meine Vernunft vieldagegen einzubringen, als: daß dies ein falsches Müßig-gehen sei, und nur so mein eignes Treiben und meineeigne Einbildung; Gott! sollte der wohl mit einem sol-chen Menschen, als ich war, Gemeinschaft haben wollen?

s«

Äl»!

««

i!i iil

»

!I»lh

» «

^llll