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Brunnen der Barmherzigkeit und Liebe finden wir Gottso innig, der uns vergönnt, darin wie Kindlein zu ihmeinzugehen und uns ihm zu überlassen, obschon wir inunserm Innern solche elendige Wesen sind, wie wir sind.Herr, gib, daß wir dich dafür lieben und verherrlichen!Amen.
Ich grüße und umarme Euch Beide im Geiste. Lebtwohl im Herrn! durch dessen Gnade ich bleibe
Euer
treu verbundener schwacher Bruder.Mülheim, den 7. Mai 1737.
Zwei und achtzigster Brief.
Da die Seelen, von der Liebe Gottes getroffen, anfänglichnicht wissen, daß dieses von einem so innig gegenwärti-gen Seelenfreund kommt, so schauen und eilen sie mitBekümmerniß nach außen hin. Wie der Herr diesem zuseiner Zeit abzuhelfen weiß, und die Seelen mehr nachinnen zieht und stiller macht.
In der Gnade des Herrn wertheFreundin!
Es war mir eben so angenehm als höchst unerwar-tet, daß ich, noch in Amsterdam mich befindend, einenBrief von Dir erhielt, wodurch Du mich zu bewegensuchtest, auch einmal an Dich zu schreiben, woran ichsonst vielleicht nicht gedacht haben würde. Ich kann sa-gen, liebe Freundin, daß die Erinnerung an unser Zu-sammentreffen und unsere Gespräche mir stets Freude machtund zur Erquickung dient. Der Herr hat es so ge-wollt, sein Name sei dafür gepriesen. Ich habe die Gnade