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er die Hände und Füße unsrer gebrechlichen, unreinen Ei-genbemühung bindet und uns durch seine wunderbare Füh-rung, in uns selbst unwissend, unvermögend, arm, nackt,ja zu nichts macht, damit wir uns dann ganz ihm über-lassen, ihm Raum geben und in dem gegenwärtigen kur-zen Dasein von der bloßen Gnade leben. Dieser kindlicheZustand in der gegenwärtigen kurzen Zeit macht uns tüch-tig für Alles, was der Herr von uns will; und obgleichman in diesem Zustande recht zufrieden damit ist, nichtszu wissen und nichts zu haben, und daß der Herr alleinAlles sei, — so ist man darin nichtsdestoweniger am be-sten geeignet, wenn es dem Herrn gefallt, ihn und dieWahrheiten seiner Ewigkeit, ohne eigenes Wirken undNachdenken, und folglich unmittelbarer, reiner und in ei-ner unaussprechlichen Einheit zu erblicken und zu empfin-den. O, wer könnte es ohne Selbsterfahrung glauben,daß in diesem einfältigen Kinderzustand ein so tiefer Frie-den, in dieser Armuth ein solcher Genuß, und in dieserEinfalt so viel göttliches Licht und göttliche Wahrheit zufinden ist! denn da, wo das Unsrige vergeht und schweigt,da kann das Göttliche Platz finden. Aber es läßt sich anAndre nicht erklären, und wenn man dies unternimmt,dann ist wenig Erfolg davon zu erwarten; die innigstenMittheilungen Gottes lassen sich wegen ihrer Einfachheitnicht erklären, und sind den Menschenkindern auch fremd.Er mache uns nur täglich mehr zu solchen Kindern undgebe, daß wir ihn, unfern Vater, in dieser Gestalt an-beten, lieb haben, und mit Wohlgefallen in Allem zustim-men, was er ist und thut; denn er allein ist gut, großund liebenswürdig in allen seinen Wegen. Amen.
Ich grüße Dich, lieber Bruder, Dich mit treuver-bundener Liebe umarmend, in der ich bleibe
Dein
schwacher Bruder.