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Sechs und dreißigster Brief.
Don dem großen Unterschiede zwischen Gottes und unfern,Rathe, welcher letztere nichts Anderes bezweckt, als di,Erhaltung unserS eignen Lebens, und um neben Gv„auch noch etwas sein zu wollen. Gottes Rath und Ab,ficht dagegen ist unsre eigne Vernichtung, damit er alleingroß und herrlich in uns werden kann.
Friede sei mit Dir in diesem neuenJahr! Sehr werther und in Jesuherzlich geliebter Bruder!
Bis hierhin hat uns der Herr geholfen; gesegnet seisein Name! Unsre Seele ist und sei abermals in seineHände gelegt! Daß er, unser guter Seligmacher, der sowunderbar als unser Leiter und Beherrscher unsre rechteHand gefaßt hat, uns bis ans Ende geleite durchseinen Rath, und uns endlich aufnehme in dieHerrlichkeit, die er selbst ist! Wir sind dem Hemsehr großen Dank dafür schuldig, daß es ihm gefällt, unsnach seinem Rath und nicht nach unserm Rath undGutdünken zu führen; ja, daß er dieses aus lauter Barm-herzigkeit gethan hat, obschon wir uns nicht immer dies»Führung hingegeben haben, wie es hatte sein sollen. Un-ser Rath und Gutdünken geht nur darauf hinaus, unSselbst zu erhalten, das Unsrige zu suchen und die Herrlich-keit mit Gott zu theilen: aber Gottes Rath und Absichtin Christo ist, daß alles Fleischliche und Eigene vernichtetwerde, und alle Höhe der Menschen sich bücken mußund demüthigen, und der Herr allein hoch sei in uns(Jes. 2, 17.); und er, nachdem er uns arm, schwach,gering und zu Nichte gemacht hat, uns aus lauter Barm-herzigkeit aufnehme in sich, und allein unsre ganze Hei-ligkeit und Herrlichkeit werde. O, wie anbetungs-
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