t8
Ach! daß doch das theure Evangelium vom ReicheGottes, das uns vorzugsweise vor vielen Tausendenverkündigt worden, ties in unseren Herzen eingegrabenbleiben möge! Wie weit ist nicht, in dem theuern Na-men Jesus, das selige Gottes-Reich in unserm Seelen-grunde geöffnet; wie nah ist es nicht gekommen, umauch in unserm Innern wirklich offenbart zu werden,wenn wir nur wie einfältige, stille Schäfchen auf dieStimme unsers guten Hirten, der so gern das Suchenund Sammeln will, was noch zerstreut in unserm In-nern liegt, hören und ihr folgen wollen. Wir würdendiese lockende Stimme des Hirten, diese Wirkungen seinerLiebe und Gnade zu jeder Zeit, in unserm Herzens-Grunde, deutlich hören und kräftig spüren, wenn wirnur zu jeder Zeit dazu hinlänglich gestimmt wären; dennGott ist unaufhörlich thätig und uns nah, wir aber lei-der nicht immer Ihm.
Ich weiß nicht, ob wir (um so zu reden) Gott nichtam meisten dadurch entgegen wirken, daß wir nicht hin-länglich still und einfältig sind: denn da diese Gabenmit zu den wesentlichen Eigenschaften Gottes gehören, sosind sie auch uns durchaus erforderlich, wenn wir mitIhm vereinigt werden wollen.
Ich bin überzeugt, meine Vielgeliebten, daß IhrEuch mit mir wohl dabei befinden werdet, wenn wir,um die rechte Stille vor dem Herrn zu erlangen, dieLhätigkeit unsrer Sinne, Gedanken und Ueberlegungen soviel mäßigen, als möglich ist, uns gegen Gott bei unferninnersten Andachten ganz leidend verhalten, und uns voreigenem Wirken und eigener Sorge zu hüten suchen, derWirkung des Herrn in uns allen Raum gebend; wennwir alle Sachen, die außer Gott sind, auch außer unslasten, und alles in Abgeschiedenheit, als todt (um so zusprechen), anzusehen und zu behandeln trachten; wenn
Mk-tl
M/chi
UL,
ikiün»!