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Württembergische Künstler in Lebensbildern : mit 22 Bildnissen in Holzschnitt
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E. Rau

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ihrer farbigen Umsäumung. Wer Uhlaud nur einmalin das liebe, blaue Auge geblickt hat, der weiß, wie vielder Bildhauer in dem, was seiner Kunst am Auge alleinverfallt, wird leisten müssen, um das, was jenseitsderselben liegt, annähernd zu ersetzen.

Die größte Schwierigkeit bietet wohl der Mund.Für das ganze Gesicht etwas breit und zu stark vor-geschoben, zeigen die Lippen in ihrem Schnitt nichtjene Wohlgefälligkeit der Form, welche sich schwär-merische Verehrer von einem so süß beredten Dichter-munde vorstellen mögen. Hier nun dürfte es für denKünstler geraten sein, wie dies auch Rau namentlichbei seiner zweiten Büste gethan hat, sich mehr an dieBuchnersche Photographie und das jetzt gleichfalls photo-graphisch vervielfältigte Gemälde von Morff zu halten.In beiden verlaufen die Lippen zarter geschwungen, an-mutiger zusammengeschlossen als auf der weit verbreitetenBrandsephschen Photographie der letzten Jahre. Das-selbe Verfahren wird auch für die übrigen Partien desGesichts und des Halses nützlich sein. Es muß wohlwie im ganzen, so namentlich hier der Künstler daraufausgehen, uns unfern Uhland nicht als Greis, sondernso darzustellen, wie sein Aussehen im reiferen Manues-alter sich viele Jahre lang scheinbar ganz unveränderterhielt.

Neben genauer Erlauschung der einzelnen Formenwird freilich für den denkenden Meister immer noch vielübrig bleiben, was aus keiner Totenmaske abzuzirkelnund aus keiner Photographie abzulesen ist. Wer eserreichen will, daß wir in einem Bilde den unbeug-samen politischen Freiheitskämpfer, den scharfsinnigen

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