Druckschrift 
Württembergische Künstler in Lebensbildern : mit 22 Bildnissen in Holzschnitt
Seite
396
Einzelbild herunterladen
 

396

K. F. Beisbarth

Leben nach Aufzählung seiner Arbeiten nur wenig mehrzu sagen übrig bleibt, so kennzeichnet das eben unfernMann. Seine Erholung suchte er in der später» Zeitzumeist in der Ordnung und Vermehrung einer Samm-lung von Architekturwerken, Kupferstichen und Holz-schnitten. Kaum daß er der Familie, in welcher all-mälich drei Söhne, von denen zwei dem Berufe desVaters folgten, und vier Töchter heraublühten, so vielZeit widniete als jeder andere. Am öffentlichen Lebennahm er keinen Teil und, sonst ein echter Schwabe,entbehrte er selbst des angestammten Sinnes für wirts-häusliche Geselligkeit, in welche ihn nur dann undwann einige aus alter Zeit ihm befreundete Fachgenossenherein zu ziehen vermochten, wenn sie ihn zu einemAbendspaziergange abgeholt hatten. Aus dieser zuletztfast gelehrtenhaft abgeschlossenen Lebensweise erklärt sichauch seine wachsende Zurückhaltung im Umgänge mitanderen Leuten. Nur wenn man auf seine Studienund Lieblingsbeschäftigungen näher einging, sah manihn mitteilsam und sogar beredt werden. Jede sach-kundige Anerkennung that ihm wohl; denn ein Gefühlder Verkanntheit konnte er nicht ganz verleugnen, ob-wohl ihm spätere Jahre, wie da» zu gehe« Pflegt, nochmanchen Ersatz brachten, so zum Beispiel das Jahr 1866die Ehrenmitgliedschaft der Stuttgarter Baugewerbe-genossenschaft, das Jahr 1874 das Ritterkreuz desFriedrichsordens. Auch durfte er es im Alter wohl beimancher persönlichen Begegnung erfahren, wie eine derKunst wieder mehr zugewandte Generation den verdientenMeister in ihm hochschätzte. Ein großes Glück war esfür ihn, dem leben arbeiten hieß, daß seine eiserne Ge-