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Württembergische Künstler in Lebensbildern : mit 22 Bildnissen in Holzschnitt
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K. F. Beisbarth

Künstlers Flügelroß versagte vor einem Graben, überden ohne vorhergehende Trainirung einmal nicht hin-über zu kommen ist — dem Staatsexamen. Nach seinerganzen bisherigen Laufbahn mußte es ihm an der ge-nügenden mathematischen Ausbildung fehlen, währendsein Probeprojekt als ausgezeichnet anerkannt wurde.Auch mochte man spüren, daß er, dem jeder Tropfenbureaukratischen Blutes abging, zum Baurat überhauptnicht geboren sei. Das Papier war für ihn nur zumZeichnen da; mit Aktenschreiben und -lesen hätte er sichschwerlich je befreunden können. So ließ er sich dennals Privatarchitekt in seiner Vaterstadt nieder, in derum jene Zeit, wie Stadtschultheiß Gutbrod dem KönigWilhelm vergnügt berichtete, einmal sogar zwei neueHäuser in einem Jahre gebaut wurden. Da mußte erfreilich in den ersten Jahren gar mancherlei Geschäfteübernehmen, die ihm nicht erlaubten, zu zeigen, was ergelernt hatte. Doch durfte er es wagen, im Jahre1841 seinen eigenen Herd zu gründen, wozu ihm einegemütliche Stuttgarter Landsmännin, Karoline Schwarz,die Hand bot. Er hatte sich schon zuvor, im Jahre1838, auf seinem elterlichen Grundstück in der Tübinger-straße ein eigenes Anwesen mit romanischen Stilmotivengebaut, das jetzt Geigersche Anwesen (Tübingerstraße 33),für seine Zeit eines der ansehnlichsten Bauwerke derStadt.

Allmählich fanden doch auch seine gediegenen Stil-kenntnisse eine häufigere Verwertung und zwar nachzwei Richtungen hin. Er wurde ein gesuchter Restau-rator alter Bauwerke und ein geschützter Erfinder vonkunstgewerblichen Entwürfen. In einer Zeit, wo die