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Württembergische Künstler in Lebensbildern : mit 22 Bildnissen in Holzschnitt
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K. I. B. Neher

Jahres cm Württemberg abgetretenen, ehemals freienReichsstadt Biberach. Die freundliche Wielandstadtist von jeher die Heimat tüchtiger Künstler gewesen.Auch Nehers Urgroßvater nnd Großvater waren dortzu ihrer Zeit angesehene Maler, von denen in derStadt und Umgegend noch heute einige Werke gezeigtwerden. Sein Vater, von dem Bernhard in frühesterJugend eine Anzahl von Stationsgemälden für dieKirche in Laupheim gesehen hatte, wurde durch schlechteZeiten, insbesondere durch die Aufhebung der Klöstergenötigt, sich auf die sogenannte Faßmalerei tvonfassen gleich bemalen) zu beschränken. Nicht ohne Sorgenernährte er seine zahlreiche Familie mit dieser Arbeit,aber es war sein oft ausgesprochener sehnlichster Wunsch,daß das größere Talent seines eigenen Vaters wiederauf seinen kleinen Bernhard übergehen möge. Er redetefrühe mit ihm von den großen Meistern vergangenerJahrhunderte, besonders von Rafael nnd Michelangelo,die in Rom die herrlichsten Werke geschaffen nnd sichunvergänglichen Künstlerruhm erworben hätten.

In der That verleugnete sich in dem Söhnlein dasalte Malerblut nicht. Der Vater konnte ihm keinegrößere Freude machen, als wenn er es in einer Samm-lung von Kupferstichen aus dem vorigen Jahrhundertblättern ließ. Bald wurde unter dessen Anleitung nachVorlegeblüttern, nach Gipsmodellen und nach der Naturgezeichnet. Auch den Pinsel nahm der anstellige Jungefrühe genug zur Hand, uni beim Bemalen von Schilden,Prozessionskreuzen und ähnlichen Arbeiten zu helfen.Dagegen war cs für ihn schmerzlich, daß ihm der Vaterden Uebertritt von der deutschen Schule in die lateinische