Druckschrift 
Württembergische Künstler in Lebensbildern : mit 22 Bildnissen in Holzschnitt
Seite
343
Einzelbild herunterladen
 

auf die bessere Erkenntnis zu gute, daß das Pferd beidieser Gangart die Füße nicht sozusagen übers Kreuzbewegt, sondern unmittelbar hinter den aufgehobenenVorderfuß sofort den Hinterfuß derselben Seite setzt.

Die kurze Zeit der völligen Ruhe verlebte der Greisohne schwerere Beschwerden des Alters. Noch imSommer 1886 sahen ihn die Freunde in Baden-Badenin voller Munterkeit des Geistes. Jedoch im Spät-herbst nach Stuttgart zurückgekehrt fühlte er seinekörperlichen Kräfte rascher abnehmen und verließ dasLager nur über die Tischstunde. Als aber bei derReichstagswahl des Jahres k887 für die nationalePartei in Stuttgart jede einzelne Stimme von Wertschien, erhob er sich am Wahltage und ließ sich zurUrne führen. Kurz darauf, am 6. März, traf ihn einSchlaganfall, der am 8. seinem Leben ein sanftes Endebereitete.

Hofer besaß ein starkes Künstlerbewußtsein, das sichaber nach seinen eigenen Aeußerungen mehr auf seineTechnik, als auf die Einbildung schöpferischer Kraitstützte. Vor den größten Meistern seiner Kunst beugteer willig das Haupt; über technisches Unvermögenmancher neuerer Kunstgenossen konnte er mit scharferZunge reden. Seine näheren Freunde rühmen seingutes Herz, seinen in den verschiedensten Lebenslagenunverzagten Sinn. Die Kunstgeschichte muß ihn alsMarmorarbeiter neben die neueren Italiener stellen;als Pferdebildner wird sie ihm unter den Künstlernaller Zeiten einen ehrenvollen Rang anweisen.

Sein Bildnis ist erhalten in einer von ihn: selbstgefertigten Marmorbüste, welche Stadtbaumeister Mößner