Sohn, Johannes Lndwig, rühmte bis in sein höchstesAlter die Nüchternheit, Sparsamkeit und rechtliche Ge-sinnung dieser Eltern, denen es mit der Zeit auchgelang, zu einigem Wohlstand zu kommen und in derKarlsoorstadt ein eigenes Haus zu erwerben. Ihrerverständig strengen Erziehung glaubte er seinen kräftigenKörperbau, seine wetterfeste Gesundheit und jenenlebendigen Thatigkeitstrieb zu verdanken, ohne den ernoch als Greis das Leben für eine Qual hielt. DerVater wollte ihn, obwohl noch andere Geschwister vor-handen waren, in die Lateinschule schicken, aber der Jungescheute vor den vielen Prügeln zurück, ohne die damalsim Lande Württemberg klassische Bildung selbst von denBesten nicht zu gewinnen war. Dachte er doch auchfrühe an einen andern Beruf, wo man ohne Lateinein „Herr" werden konnte. Der Großvater Schreinerin Marbach pflegte seine Truhen, Bettstellen und der-gleichen mit schönen Zieraten zu bemalen und mitgereimten Sprüchen zu versehen. Schon diese Art vonArbeit gefiel dem Knaben' ausnehmend wohl. Aber inder Neubertschen Formerei hatte er den noch höherenGenuß verschmeckt, welchen Holzbesteln und Lehmknetenzu gewähren pflegt, wenn man von der Mutter Naturdie richtigen Hände dazu erhalten hat.
Der Vater gab nach und brachte den Sohn, sobald erdie Schule verließ zu dem aus Herzog Karls letzter Zeitin Württemberg zurückgebliebenen Hosbildhauer Jsopi,einem Römer von Geburt, dessen Persönlichkeit aus denKleinen Schriften von D. F. Strauß bekannt ist. Erwar ein vorzüglicher Stukkator und insbesondere eingeschickter Tierbildner, wovon die reizenden Vögelchen in